Panorama 08.08.09
Blinder Journalist bietet Hilfe im Netz an
Der bekannte Frankfurter Journalist Keyvan Dahesch hat eine barrierefreie Seite erstellt, auf der hunderte Links und etliche Hinweise zusammengetragen sind. Besonders älteren, pflegebedürftigen oder behinderten Internetnutzern soll de Suche im Netz und nach Selbsthilfe- und Hilfsorganisationen erleichtert werden. Keyvan Dahesch ist übrigens von Geburt an blind.

Auch von nicht sehenden Menschen kann die Seite "Helferinnen und Helfer, Hilfen und Hilfsmittel" benutzt werden. Die Adresse www.a-k-dahesch.de externer Link bietet Direktlinks zu Verbänden und Beratungsstellen, zu Rechten und technischen Hilfsmitteln für behinderte Menschen an. Die Seite verlinkt auch zu relevanten Pressetexten und bietet Nachrichten an. Die wahrscheinlich größte Datenbank Europas über Hilfen für Menschen mit Behinderungen "REHADAT" (www.rehadat.de externer Link) in Köln verweist ebenfalls auf diese Seite.

Keyvan Dahesch wurde 1941 in Teheran geboren, blind. In der Hoffnung, dass deutsche Ärzte ihm helfen können, bringt ihn sein Vater 1958 nach Deutschland. Die Hoffnung wird enttäuscht; Dahesch bleibt im Alter von 16 Jahren alleine in Deutschland, wo er noch anderthalb Jahre in Stuttgart die Blindenschule der Nikolauspflege besucht, bevor er von 1960 bis 1961 eine Ausbildung zum staatlich geprüften Masseur und medizinischen Bademeister in der Orthopädischen Universitätsklinik Friedrichsheim in Frankfurt am Main absolviert.

1970 wird Keyvan Dahesch deutscher Staatsbürger. Mit einem Stipendium des Deutschen Gewerkschaftsbundes studiert er ab 1971 Volkswirtschaftslehre, Soziologie und Arbeitsrecht an der Akademie der Arbeit in der Goethe-Universität. Während des Studiums beginnt Dahesch sich für Journalismus zu interessieren. Nach Beendigung des Studiums schließt sich eine Ausbildung für die Verwaltungslaufbahn des gehobenen Dienstes beim Hessischen Landesamt für Versorgung und Soziales an. Dahesch ist von 1975 bis 2002 als Bürgerbeauftragter und Pressesprecher tätig.

Daheschs Themen-Schwerpunkt ist die Sozial- und Wirtschaftspolitik. Seine Meldungen, Berichte und Reportagen finden sich bei der Deutschen Presse-Agentur, in der Frankfurter Rundschau, Süddeutschen Zeitung, Die Zeit, Offenbach-Post, dem Hessischen Rundfunk und dem Deutschlandfunk. Dahesch ist unter anderem Mitglied des Frankfurter Presseclubs und der Reporter ohne Grenzen. Er berichtet oft über das Leben behinderter Menschen und fordert vehement gleiche Rechte für sie ein.

1966 heiratet er Anni Dahesch, die ebenfalls sehbehindert ist und sich – wie ihr Mann – durch großes soziales ehrenamtliches Engagement auszeichnet. Seit 1994 ist sie ehrenamtliche Richterin am Sozialgericht in Frankfurt. Für ihre Verdienste erhielt sie 1993 die silberne Ehrennadel des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes, 2002 die Bundesverdienstmedaille und 2008 den Ehrenbrief des Landes Hessen.

2006 hat das Ehepaar die gemeinnützige Anni und Keyvan Dahesch-Stiftung mit Sitz in Frankfurt gegründet. Stiftungszweck ist die Förderung und Unterstützung von Personen, die infolge ihres körperlichen, geistigen oder seelischen Besonderheiten auf die Hilfe anderer angewiesen sind.

Für sein ehrenamtliches Engagements und seine journalistische Tätigkeit erhielt Keyvan Dahesch zahlreiche Auszeichnungen, darunter das Bundesverdienstkreuz am Bande (1990) und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (1996)

Quelle: www.frankfurt.de externer Link


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