Politik 17.02.10
Armutsrisiko in Deutschland steigt
Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat erschreckende Zahlen herausgegeben. Danach lebten 2008 in Deutschland rund 14 Prozent der Bevölkerung unter der Armutsschwelle. Das sind 11,5 Millionen Menschen und damit rund ein Drittel mehr als zehn Jahre zuvor. Besonders betroffen seien Kinder und junge Erwachsene, so das Ergebnis der DIW-Studie. „Höhere Hartz-IV-Sätze reduzieren zwar Einkommensdefizite“, sagt Markus Grabka, einer der Autoren der DIW-Studie, „sinnvoller erscheinen uns aber Investitionen in Kinderbetreuung und in verbesserte Erwerbschancen für Alleinerziehende und Familien mit jungen Kindern.“

Ein Viertel der jungen Erwachsenen lebt unter der Armutsschwelle

Nach der Definition der Europäischen Kommission gilt als armutsgefährdet, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens seines Landes zur Verfügung hat. 2010 ist das Europäische Jahr gegen Armut und soziale Ausgrenzung.. „Vor allem junge Erwachsene und Haushalte mit Kindern sind betroffen.“ Unter den 19- bis 25-Jährigen lebte 2008 knapp ein Viertel unterhalb der Armutsschwelle, so die Studie.

Die DIW-Forscher machen dafür vor allem drei Gründe aus: Die Dauer der Ausbildung sowie der Anteil der Hochschulabsolventen habe zugenommen, das verzögert den Einstieg ins Berufsleben. Zudem steigen viele Berufsanfänger über schlecht bezahlte Praktika und prekäre Arbeitsverhältnisse ins Arbeitsleben ein.

Zielgruppengenaue Maßnahmen

„Finanzielle Unterstützung allein bekämpft zwar Symptome, kuriert aber nicht die Ursachen von Armut“, so die Autoren der DIW-Studie. Sie fordern einen auf die Zielgruppe zugeschnittenen Mix aus finanzieller und nicht-finanzieller Unterstützung. „Investitionen in Betreuungseinrichtungen und in die Verbesserung der Erwerbschancen für Alleinerziehende und Eltern junger Kinder könnten hier effektiver wirken.“


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