Politik 12.04.10
Keine Werkstatt ist das Beste?
Das UN-Übereinkommen und die Werkstätten

Manche meinen, mit dem UN-Übereinkommen über die Rechte von Menschen mit Behinderungen seien Werkstätten überholt. Gern wird Markus Kurth (MdB), GRÜNEN-Obmann im Bundestagsausschuss „Arbeit und Soziales“, sozial- und behindertenpolitischer Sprecher seiner Bundestagsfraktion, zitiert: „Solange […] nur die Wahl zwischen Werkstatt für Menschen mit Behinderungen oder Arbeitslosigkeit bleibt, bleibt der Artikel 27 jedenfalls unerfüllt.“

Das UN-Übereinkommen fordert einen inklusiven Arbeitsmarkt. Häufig heißt es, der inklusive Arbeitsmarkt sei identisch mit dem sogenannten allgemeinen Arbeitsmarkt. Die ILO (International Labor Organisation) bezeichnet jeden Menschen, der mindestens eine Stunde pro Woche arbeitet, als erwerbstätig. Das aktuelle UN-Übereinkommen fordert kein neues Arbeitsverständnis. Vielmehr bestärkt es die bereits bestehende Forderung nach einem generellen Recht auf Arbeit. Arbeit ist und bleibt ein Menschenrecht.

Die Inklusionsreife von Werkstätten ist bereits hoch. Die Liste der Sozialexperten ist jedoch lang, die dem UN-Übereinkommen eine enorme Schubkraft für die Weiterentwicklung der Werkstätten zusprechen.

Wie sich die Werkstätten entwickeln und zu welcher Metamorphose sie fähig sind, wollen die Werkstattfachleute aus Bremen und Niedersachsen auf ihrer 1. Norddeutschen Gegenwartskonferenz 2010 in Göttingen beraten: am 20. | 21. Mai und am 3. | 4. Juni 2010.

Nähere Informationen:

Norddeutsche Gegenwartskonferenz externer Link

In seinen Thesen für die Arbeitsgruppen der 1. Norddeutschen Gegenwartskonferenz formuliert der LAG:WfbM-Vorsitzende von Niedersachsen, Detlef Springmann, provokant: „Keine Werkstatt ist das Beste.“

Trotz etlicher Meinungsverschiedenheiten unter Politikern, Wissenschaftlern und Sozialdienstleistern sind sich sämtliche Gefolgsleute des UN-Übereinkommens einig: Diese als Bundesgesetz verabschiedete Vereinbarung stellt keine Sonderrechte für behinderte Menschen in Aussicht. Es verlangt statt dessen einen noch nicht dagewesenen Prozess der Reformbereitschaft und Wandlungsfähigkeit von der Bevölkerungsmehrheit, den Institutionen in Wirtschaft und Gesellschaft und von den politischen Gestaltern.


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