Panorama 10.05.11
Bundes-Kunstpreis für Menschen mit Behinderung verliehen
Am 6. Mai wurde in Radolfzell am Bodensee der überregional beachtete Bundes-Kunstpreis für Menschen mit Behinderung unter der Schirmherrschaft von Bundespräsident Christian Wulff vergeben. Von den 252 eingereichten und ausgestellten Werken wurden 20 mit Preisen ausgezeichnet. Die Preisträger kamen von Berlin bis Konstanz aus den unterschiedlichsten Regionen Deutschlands.

So unterschiedlich wie die Herkunftsorte der insgesamt 252 beteiligten Künstler ist auch die künstlerische Ausdrucksweise in den Bildern und Skulpturen, was Farbgebung, Technik und Gestaltung anbelangt. So hatte die fachkundige Jury keine leichte Wahl. Sie bewertete nur nach künstlerischen Kriterien, ohne Kenntnis der jeweiligen Schicksale der Künstler.

In einer Ausstellung bis zum 13. Juni 2011 kann jeder einen Spaziergang durch das faszinierende Spektrum der künstlerischen Werke antreten. Neben der diesjährigen Ausstellungsbroschüre, die für drei Euro zu haben ist, kann man die meisten der Exponate auch erwerben.

Oberbürgermeister Dr. Jörg Schmidt begrüßte die zahlreichen Teilnehmer aus ganz Deutschland. Besonders freute er sich über die steigende Resonanz in der Bevölkerung. In dem Grußwort von Bundespräsident Christian Wulff als Schirmherrn, das er verlas, heißt es hierzu: „Kunst in ihrer Vielfalt leistet seit jeher Unverzichtbares; sie trägt heute mehr und mehr auch dazu bei, dass wir Menschen einander nicht nach einer Behinderung beurteilen, dass jeder Mensch sich mit seinen individuellen Begabungen und seiner eigenen Persönlichkeit in die Gemeinschaft einbringen und am sozialen Leben teilhaben kann.“

Zu diesem Sich-Einlassen auf die individuellen Begabungen und die vielfältige Ausdrucksweise der teilnehmenden Künstler lud auch Kulturreferent Karl Batz in seiner Laudatio ein. Den besten Schritt zur Überwindung möglicher Hemmnisse zwischen Behinderten und Nichtbehinderten machten die Künstler selbst, die mit einer tiefen, ganz aus dem Herzen kommenden Freude ihre Preise entgegennahmen.

Die zwanzig Gewinner des Kunstpreises erhielten neben Rosen und Urkunden ein Preisgeld von jeweils 200 Euro. Der erste Preis war mit 500 Euro aus der städtischen Carl-Müller-Mettnau-Stiftung dotiert. Mitglieder des AWO-Treffpunktes Thomasstraße in Berlin, der Zieglerschen Behindertenhilfe Wilhelmsdorf, der Kraichgauer Kunstwerkstatt Sinsheim, dem Heim Pfingstweid Tettnang oder des Caritasverbandes Konstanz gehören neben vielen anderen zu den diesjährigen Preisträgern.

Der erster Preis ging an Ralf Kahlke und sein Bild „Lebensraum“. Kirchen, Dome und Türme haben es Ralf Kahlke schon seit seiner Kinderzeit angetan. So prägen sie auch sein mit Acrylfarbe und Wachs geschaffenes Bild „Lebensraum“. In jedem Urlaub musste ein Dom angesteuert werden. Kein Turm, keine Treppe war ihm zu hoch oder zu steil. In der Lebenshilfe Bisingen und der Kunstakademie U7 für behinderte und nichtbehinderte Künstler wurde seine Kreativität gefördert und sein Selbstvertrauen gestärkt.


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