Politik 15.02.12
Studie zu sexueller Gewalt in Heimen und Werkstätten
Sechs Prozent der Frauen mit geistiger Behinderung in Heimen und Werkstätten haben sexuelle Gewalt erlitten, Täter seien meist Bewohner, aber auch das Personal. Das berichtet das ARD-Politmagazin „Report Mainz“ am 14. Februar 2012 um 21.45 Uhr. Der TV-Bericht beruht auf der Studie „Lebenssituationen und Belastungen von Frauen mit Beeinträchtigungen und Behinderungen in Deutschland“, die die Universität Bielefeld im Auftrag des Bundesfamilienministeriums durchgeführt hat. Sie wird im April 2012 veröffentlicht.
 
„Sexuelle Gewalt darf kein Tabu sein. Menschen mit Behinderung brauchen Informationen und Ausdrucksformen, sexuelle Gewalt als solche zu erkennen und zu benennen“, fordert Günter Mosen, der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM). „Aufklärung, Prävention und der Schutz der Opfer sind die obersten Ziele – auch in Werkstätten für Menschen mit Behinderung. Die Maßnahmen reichen von Informationen in Leichter Sprache über die Ausbildung von Frauenbeauftragten bis zu Präventionsfachkräften.“
 
Ein beispielhaftes Projekt ist das Pilotprojekt „Frauenbeauftragte in Einrichtungen der Behindertenhilfe“, initiiert von Weibernetz e.V. in Kooperation mit Mensch Zuerst – Netzwerk People First Deutschland e.V. Bis 2011 wurden 16 Frauenbeauftragte im Rahmen des Projektes des Familienministeriums geschult. Schon haben einige Werkstätten nachgezogen und Frauen mit Behinderung als Frauenbeauftragte für ihre Betriebsstätten ausgebildet.

Nach den erschütternden Aufdeckungen über das Ausmaß sexueller Gewalt in den vergangenen Jahren haben viele Verbände und Einrichtungen der Behindertenhilfe ihre Leitlinien verschärft und Selbstverpflichtungen erarbeitet, die weit über die gesetzlichen Vorschriften hinausgehen.

„Erstes Ziel ist immer, die Opfer zu schützen“, erklärt Mosen. „Das gilt schon für die Einstellung von neuen Mitarbeitern, die ein polizeiliches Führungszeugnis vorlegen müssen. Dieser Weg muss weiter beschritten werden, die Gesellschaft muss sich weiter sensibilisieren, um präventiv Gewalt abwenden zu können und die Opfer umgehend zu schützen.“

Die Studie der Universität leistet dazu einen wichtigen Beitrag. Bereits im vergangenen Jahr wurde ein Forschungsbericht zum Thema Frauen mit Behinderung als Opfer sexueller Gewalt mit alarmierenden Ergebnissen veröffentlicht. Weitere Informationen zu den Studien der Universität Bielefeld finden Sie hier externer Link.


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