Arbeitswelt 03.12.12
Große Anteilnahme am Unglück in Titisee-Neustadt
(dpa) Fünf Tage nach der Brandkatastrophe in der Werkstatt für behinderte Menschen im Schwarzwald haben am Samstag, 1. Dezember 2012, Trauernde in der ganzen Bundesrepublik der Toten gedacht. Hinterbliebene und Angehörige der Opfer sowie Rettungskräfte standen im Mittelpunkt der Trauerfeier in Titisee-Neustadt, zu der rund 1000 Menschen gekommen waren.

An dem ökumenischen Gottesdienst im Münster St. Jakobus am Samstag in Titisee-Neustadt nahm auch Bundespräsident Joachim Gauck teil. Bildungsministerin Annette Schavan (CDU) vertrat die Bundesregierung bei der Trauerfeier. Der BAG WfbM-Vorstandsvorsitzende Martin Berg übergab ein Kondolenzbuch, in dem die Delegierten der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten ihrer Anteilnahme Ausdruck verliehen hatten. Für die Werkstatträte nahm Roland Weber, stellvertretender Vorsitzender der Bundesvereinigung der Werkstatträte, an der Trauerfeier teil.
 
„Wir wünschen uns nun Ruhe, um das alles verarbeiten zu können“, sagt Egon Engler, Vorstandsvorsitzender des Caritasverbandes Freiburg Stadt e.V. Die von der Caritas betriebene Werkstatt für behinderte Menschen soll saniert und wieder eröffnet werden. Die Stadt Titisee-Neustadt hat hierfür Spendenkonten eingerichtet. Spontan hatte die Sepp-Herberger-Stiftung des Deutschen-Fußball-Bundes Unterstützung zugesagt. Stiftungs-Geschäftsführer Wolfgang Watzke und der Vorsitzende Wolfgang Niersbach übermittelten Martin Berg die Zusage für eine Spende über 10.000 Euro. Dieser Beitrag soll den überlebenden Werkstattbeschäftigten bei der Erholung und Verarbeitung der tragischen Ereignisse dienen.

Freiburgs Erzbischof Robert Zollitsch leitete gemeinsam mit Badens evangelischem Landesbischof Ulrich Fischer den Gottesdienst, der auch in andere Gotteshäuser übertragen wurde. Der Bundespräsident hielt während der öffentlichen Trauerfeier keine Rede. Er sah sich als stiller Zuhörer und Begleiter. Nach dem Gottesdienst sprach er zu Hinterbliebenen und Angehörigen und spendete persönlich Trost. Gauck betonte die Bedeutung von Einrichtungen für behinderte Menschen. Sie seien ein wichtiges Netzwerk für bedürftige Menschen und ein Signal für die Gesellschaft. „Jeder von uns sollte sich fragen, wie er die Welt bewohnbarer und schöner machen kann“, appellierte Gauck.
 
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) spricht von der größten Brandkatastrophe, die sein Land in der jüngsten Geschichte erleben musste. Und er warnt vor vorschnellen Schlüssen. Behinderteneinrichtungen sollten nicht infrage gestellt werden. „Es sind Menschen, denen unsere besondere Fürsorgepflicht gilt. Er sicherte Menschen mit Behinderungen und ihren Einrichtungen weitere Unterstützung zu. „Wir dürfen und werden Menschen, die auf Hilfe und Unterstützung angewiesen sind, nicht alleine lassen“, sagte Kretschmann als Hauptredner bei der Trauerfeier.

Bei dem Feuer in der Werkstatt für behinderte Menschen waren am 26. November 14 Menschen ums Leben gekommen. 14 weitere Menschen wurden verletzt. Eine Gasverpuffung hatte das Feuer ausgelöst. Aus einem Ofen, der in der Werkstatt als Heizung genutzt wurde, war Gas ausgeströmt. Dieses hatte sich entzündet und den Brand verursacht. Nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft laufen die Ermittlungen gegen Unbekannt.


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