Bildung 21.03.03
Offenbacher Resolution der Werkstatträte

Im Rahmen der Werkstätten Messe in Offenbach 2003 fand auch eine "Speaker´s Corner" für Werkstatträte und Werkstattbeschäftigte statt. Insgesamt nahmen ca. 300 Personen an den Veranstaltungsrunden teil. Die Diskussionsrunden wurden mit Stellungnahmen von gewählten Werkstatträten aus Hamburg, Tecklenburg, Kassel, Gießen, Treysa und Gelnhausen eröffnet. Im folgenden ergänzten zahlreiche Werkstattbeschäftigte aus dem Zuhörerkreis mit ihren Aussagen, Wünschen und Forderungen.

Folgende zentrale Inhalte wurden ausgewählt und zusammengefaßt, um als Kern-Aussagen und Kern-Forderungen in eine Offenbacher Resolution zu münden:

A.    Zum Bereich der Werkstattarbeit - was ist wichtig für uns Werkstattbeschäftigte:

  1. Werkstätten sind für uns wichtig, weil wir hier einen Arbeitsplatz bekommen und wir in der freien Wirtschaft mit unseren Einschränkungen kaum Chancen haben.
  2. Es ist uns wichtig, dass wir im Arbeitsleben Achtung, soziale Kontakte und notwendige Hilfestellungen bekommen.
  3. Ebenso wichtig ist uns ein "gutes" Miteinander und Arbeitsklima in der Arbeitswelt / Werkstatt.
  4. Wir möchten sinnvolle und abwechslungsreiche Arbeit machen
  5. Wir möchten gesellschaftlich anerkannt haben, dass Arbeit für uns Menschen mit Behinderungen ebenso wichtig ist wie für alle anderen Menschen in der Gesellschaft - Teilhabe an der Arbeitswelt bedeutet für uns Teilhaben in der Gesellschaft.
  6. Wir möchten eine gleichberechtigte soziale Absicherung haben, das heißt: Arbeiten mit Renten- und Krankenversicherung.
B.    Zum Bereich der Mitwirkung - wie läuft die Praxis und welche Verbesserungen sind notwendig?

Viele Mitwirkende berichten von positiven Erfahrungen mit der Praxis der Mitwirkung und sprechen ihr Lob aus für umfassendes Eingebundensein in die verschiedenen Gruppen, die in der Werkstatt Entscheidungen treffen.
Aber es gibt auch noch viele Forderungen für die Verbesserung der Mitwirkung:
  1. Es müssen mehr Beschäftigte als gewählte Vertreter eingebunden sein; das bedeutet auch, dass in großen Werkstätten die Zweigstellen eigene gewählte Vertretungen bilden sollen.
  2. Die Bereitstellung von Informationen muss noch verbessert werden, sie muss rechtzeitig gegeben werden (bevor eine Entscheidung fällt) und sie muss für alle verständlich gemacht werden (dazu brauchen Leitungen häufig noch mehr Wissen und ein besseres Bewusstsein).
  3. Wir brauchen regelmäßige Treffen mit anderen Werkstatträten, um uns austauschen und beraten zu können (so durch die Gründung von LAG, dies mit Unterstützung der Werkstätten)
  4. Wir möchten erreichen, dass sich Mitwirkung weiterentwickelt hin zu mehr Mitbestimmung in wichtigen Bereichen.
  5. Wir möchten ein Mitspracherecht bei der Gestaltung der Arbeitsentgelte haben.
  6. Wir möchten regelmäßige Schulungen für die Werkstattratsarbeit erhalten, damit die Tätigkeit im Werkstattrat qualifiziert erfolgen kann.
C.    Allgemeine übergreifende Forderungen der Werkstatträte:
  1. Wir möchten eine einheitliche Anlaufstelle für die Belange behinderter Beschäftigter in der Werkstatt bei Ministerien und Behörden haben.
  2. Wir möchten regelmäßige und qualifizierte Bildungsangebote für alle Werkstattbeschäftigten erhalten und dafür auch Abschlußzertifikate bekommen.
  3. Wir möchten für die Werkstattarbeit mehr gesellschaftliche Anerkennung erhalten - das bedeutet auch, dass wir mehr Geld für unsere Arbeit bekommen müssen.
  4. Wir möchten unbedingt unser Recht auf einen Werkstattarbeitsplatz aufrechterhalten.



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