Arbeitswelt 01.08.14
Unerlässliche politische Vorarbeit: Werkstattpraxis erleben!
Jede Werkstattmitarbeiterin, jeder Werkstattmitarbeiter kennt den anerkennend-erstaunten Ausruf, wenn jemand das erste Mal die Arbeitswelt der Werkstätten für Menschen mit Behinderung kennenlernt: „Das habe ich nicht gedacht!“ Oder: „Was ihr alles macht, das ist gelebte Inklusion!“ Die Wertschätzung bezieht sich sowohl auf das vielfältige Arbeitsangebot, auf die Kompetenz, Arbeit für alle zu gestalten als auch auf die Art und Weise der verzahnten Zusammenarbeit der Beschäftigten und Mitarbeiter.

Am 23. Juli 2014 begleitete BAG WfbM Referent für Wirtschaft, Dr. Martin Kaufmann, eine bunt zusammengesetzte Delegation politischer Referentinnen bei ihrem Besuch der Union Sozialer Einrichtungen (USE) in Berlin: drei wissenschaftliche Mitarbeiterinnen des Deutschen Bundestags, Christine Hamacher und Sina Kallin aus dem Büro von Dr. Martin Rosemann (SPD, Wahlkreis Tübingen), Dorothee Friedrich aus dem Büro von Heike Baehrens, (SPD, Wahlkreis Göppingen) sowie Ruth Brandherm von der Friedrich-Ebert-Stiftung (Abteilung. Wirtschafts- und Sozialpolitik).

© Denny Rosenthal

Die Gäste wurden vom USE-Geschäftsführer Andreas Sperlich und der Leitung des Begleitenden Dienstes, Beate Willenberg, begrüßt und in die Entwicklung des Sozialunternehmens eingeführt. Die USE bietet als Werkstatt für behinderte Menschen insbesondere Menschen mit einer psychischen Behinderung Teilhabeangebote an verschiedenen Standorten in Berlin an. Der Vorsitzende sowie der stellvertretende Vorsitzende des USE-Werkstattrates Thomas Anders und Thomas Engelhard führten die Delegation durch die unterschiedlichen Arbeitsbereiche.

Die Arbeitsplätze sind gezielt auf die Arbeitsanforderungen und Entwicklungsmöglichkeiten der Werkstattbeschäftigten zugeschnitten. Angefangen von klassischen Gewerken wie Montage, Holz- und Metallverarbeitung verschaffte sich die Gruppe auch einen Einblick in die Arbeitswelt der Druckerei und der kreativen Mediengestaltung. Die Vorsitzenden des Werkstattrates setzen ihre Themen und umrissen Schwerpunkte: Neben der Anrechnung der Entgelte auf die Grundsicherung ging es auch ganz konkret um das Angebot der Mahlzeiten und die Freizeitgestaltung.

Besonders beeindruckt waren die Gäste vom dem USE-eigenen Label "DIM". Die drei Buchstaben stehen für „die imaginäre Manufaktur“. Bei DIM wird besonderer Wert auf die Geschichten und die Prozesse hinter den Produkten gelegt. Im Unterschied zu Massenartikeln werden DIM-Produkte im traditionellen Handwerk gemeinsam von behinderten und nicht behinderten Menschen hergestellt. Und das vor Ort, in Berlin und Brandenburg in den Werkstätten der USE. Hier kann man sich jederzeit ein Bild von den Produktionsbedingungen machen. Ein Bild und Geschichten erzählt auch die Online-Vertriebsplattform http://dim-berlin.de/

Vor dem Hintergrund dieser Eindrücke diskutierten die Besucher anschließend mit Sperlich und Dr. Kaufmann die Entwicklungen zur Reformation der Eingliederungshilfe und dem neuen Bundesteilhabegesetz. Umso grundsätzlicher in der politischen Debatte über Inklusion debattiert wird, desto notwendiger ist es, den Arbeitsalltag von Menschen mit schweren Behinderungen erlebt zu haben und ein Gefühl für die Anforderungen der Arbeitsgestaltung und die Menschen zu bekommen.

Die Referentinnen und Referenten bedankten sich für den interessanten Einblick und die Möglichkeit, mehr über die Gestaltung der Arbeit in Werkstätten zu erfahren. Gern nahmen sie die Einladung des USE-Geschäftsführers zu einem Folgetermin und einer Besichtigung weiterer Arbeitsbereiche in anderen Stadtteilen an.


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