Arbeitswelt 11.09.14
Arbeitssituationsanalyse: „BGW asita“ jetzt auch in Leichter Sprache
Mit moderierten Gruppendiskussionen können Unternehmen systematisch Belastungsschwerpunkte und ungenutzte Ressourcen ihrer Beschäftigten ermitteln. Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe bei diesen Arbeitssituationsanalysen. Sie bietet das entsprechende Instrument „BGW asita“ nun auch in Leichter Sprache an: speziell für Werkstätten für Menschen mit Behinderungen.

Beitrag zum Gesundheitsschutz
Jede und jeder Beschäftigte weiß einiges über die Situation am eigenen Arbeitsplatz, was sich gut für den betrieblichen Gesundheitsschutz nutzen lässt. Menschen mit Behinderungen benötigen zum Teil besondere Unterstützung, um ihr entsprechendes Wissen zum Ausdruck zu bringen. Die BGW hat deshalb das bewährte Verfahren der Arbeitssituationsanalyse für Werkstätten weiterentwickelt.

Die Leichte Sprache und verständliche Abläufe sorgen dafür, dass die dort beschäftigten Menschen mit Behinderungen systematisch in die Beurteilung und Gestaltung ihrer Arbeitsbedingungen einbezogen werden. In einem kleinen Team erarbeiten sie tragfähige, im Arbeitsalltag gut umsetzbare Lösungen. So gestalten die Beschäftigten als Experten ihrer persönlichen Arbeitssituation den Arbeits- und Gesundheitsschutz aktiv mit. Damit leistet die Arbeitssituationsanalyse einen handlungsorientierten Beitrag zur Inklusion.

Ablauf
Die BGW-Arbeitssituationsanalyse für WfbM wird in zwei moderierten Workshops durchgeführt. Beim ersten Termin von circa drei Stunden bewerten die Beschäftigten, angeleitet durch einen Moderator, persönlich ihre Arbeitssituation. Im Fokus stehen sechs Themengebiete, die zum besseren Verständnis mit Illustrationen erläutert werden:
  • Arbeitsumgebung (Beispiel: Lärm und Raumtemperatur)
  • Arbeitsorganisation (Beispiel: Aufgabenverteilung)
  • Vorgesetztenverhalten (Beispiel: Gerechtigkeit)
  • Tätigkeit (Beispiel: Abwechslung)
  • Zusammenarbeit im Team (Beispiel: gegenseitige Hilfe)
  • Sonstiges (Beispiel: Essensversorgung)
Die Bewertung erfolgt über positive, negative und neutrale Smiley-Karten. Das Ergebnis dieser Ist-Analyse wird in einem Protokoll anonymisiert festgehalten. Bei einem zweiten, etwas kürzeren Termin diskutieren die Beschäftigten gemeinsam mit Fachkräften, Abteilungsleitungen und Werkstattrat die Ergebnisse. Ziele dieses Workshops sind das Erarbeiten von Lösungen und das Festlegen einzelner Maßnahmen mit einer verbindlichen Aufgabenbeschreibung.

Zielgruppe
Die „Arbeitssituationsanalyse für Beschäftigte in WfbM“ kann von allen Mitgliedsbetrieben der BGW gebucht werden, die entsprechende Werkstätten unterhalten. Dabei kümmert sich eine speziell geschulte Beraterin oder ein Berater um die Organisation, die Durchführung und Moderation sowie die Auswertung des Projekts. Zielgruppe vor Ort sind dort beschäftigte Menschen mit Behinderungen, die eine ausreichende Sprach- und Kommunikationskompetenz für die Anwendung des Verfahrens mitbringen. Kombinieren lässt sich diese spezielle Arbeitssituationsanalyse mit einer allgemeinen „BGW asita“ für die Mitarbeiter ohne Behinderungen. Weitere Informationen zur „Arbeitssituationsanalyse für Beschäftigte in WfbM“ finden Sie hier externer Link.

Die Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW)
ist die gesetzliche Unfallversicherung für nicht staatliche Einrichtungen im Gesundheitsdienst und in der Wohlfahrtspflege. Sie ist für über siebeneinhalb Millionen Versicherte in mehr als 600.000 Unternehmen zuständig. Die BGW unterstützt ihre Mitgliedsbetriebe beim Arbeitsschutz und beim betrieblichen Gesundheitsschutz. Nach einem Arbeitsunfall oder Wegeunfall sowie bei einer Berufskrankheit gewährleistet sie optimale medizinische Behandlung sowie angemessene Entschädigung und sorgt dafür, dass ihre Versicherten wieder am beruflichen und gesellschaftlichen Leben teilhaben können.


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