Panorama 10.09.15
Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten: Recklinghäuser Werkstätten gewinnen Titel
Das sind die Eroberer des Fußballmeistertitels 2015: Die Spieler der Recklinghäuser Werkstätten aus NRW.
© Carsten Kobow
Die Recklinghäuser Werkstätten haben die Deutsche Fußball-Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen in Duisburg gewonnen und damit den Vorjahressieger aus Berlin abgelöst. In einem lange spannenden und hochklassigen Endspiel setzte sich das Team aus Nordrhein-Westfalen mit 4:0 (1:0) gegen das Behinderten-Werk Main-Kinzig aus Hessen durch und gewann somit alle Turnierspiele mit einem überragenden Torverhältnis von 23:4-Treffern. Die Hessen müssen sich wie im Vorjahr mit Platz zwei zufrieden geben.

Die begehrte Meisterplakette des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) übergab Wolfgang Watzke, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung, gemeinsam mit Martin Berg, Vorsitzender Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfBM), Lars Wiesel-Bauer, Geschäftsführer des Behinderten- und Rehabilitationssportverbandes Nordrhein-Westfalen und Anna-Lena Schiel, Geschäftsführerin Special Olympics NRW.

Den dritten Platz erreichten die Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die im „kleinen Finale“ erst im Achtmeterschießen mit 7:6 (2:2, 1:1) gegen die Hannoverschen Werkstätten gewannen. Den Fair-Play-Preis erhielten die Kappelner Werkstätten überreicht, deren Trainer, Betreuer und Spieler sowohl auf, als auch neben dem Platz ein hervorragendes Verhalten an den Tag legten.

Positive Entwicklung der Teams
Martin Berg, BAG WfbM-Vorstandsvorsitzender, und Wolfgang Watzke, Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung, übergeben den überglücklichen Recklinghäuser Kickern den Meisterteller.
© Carsten Kobow
Wolfgang Watzke war beeindruckt: „Bei der Meisterschaft wird ein toller Fußball gespielt. Man sieht, dass sich die Teams in den letzten Jahren sehr positiv entwickelt haben.“ Besonders die Inklusionsarbeit auf Vereinsebene hob der Geschäftsführer der Sepp-Herberger-Stiftung hervor: „Ganz besonders freut mich, dass es viele Spieler gibt, die mittlerweile auch in normalen Regelklubs spielen.“ Martin Berg dankte zudem den Organisatoren des Turniers. „Ganz großer Dank gilt der Sepp-Herberger-Stiftung und den Kooperationspartnern, die das Turnier seit nunmehr 15 Jahren erfolgreich organisieren.“

Auch in diesem Jahr wurde der reibungslose Ablauf von vielen freiwilligen Helfern unterstützt: Physiotherapeutenschüler der Westfalen-Akademie in Dortmund kümmerten sich, angeleitet von DFB-Physiotherapeuten, um die kleineren Blessuren der Spieler. Erstmals unterstützten auch Werkstattbeschäftigte der Duisburger Werkstätten die Turnierleitung bei der Fair-Play-Bewertung an den Spielfeldern.

Französisches Gastteam verliert im Achtmeterschießen – Bundesligaatmosphäre „Auf Schalke“
Neben den Spielen wurde den Mannschaften ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm geboten. Bei einem Freundschaftsspiel am Mittwoch stand – als Vorbote der Europameisterschaft 2016 in Frankreich – ein Einlagespiel zwischen einer Turnierauswahl und der Gastmannschaft ESAT La Ruche auf dem Programm. Nach einer engen und umkämpften Begegnung stand es nach regulärer Spielzeit 2:2. Im anschließenden Achtmeterschießen entschied dann die deutsche Mannschaft mit 7:6 Treffern die Partie für sich.

Im Anschluss schnupperten die rund 250 Sportler Bundesligaatmosphäre: Auf Einladung des FC Schalke 04 und DFB-Vizepräsident Peter Peters besuchten die Turnierteilnehmer das Stadion des Erstligisten. Bei der Führung durch die Arena durften die Sportler die Umkleidekabinen und VIP-Logen bestaunen und sich in der Interviewzone und dem Pressekonferenzraum auf die Spuren von Trainer André Breitenreiter, Benedikt Höwedes und Johannes Geis begeben. Lars Wiesel-Bauer zeigte sich von dem Ausflug begeistert. „Der Besuch der Arena war ein ganz besonderes Highlight dieser abwechslungsreichen Woche.“

Soziale Kompetenzen durch den Fußball
In den 2.600 deutschen Werkstätten spielt Fußball eine große Rolle: Durch den Sport trainieren die Werkstattbeschäftigten soziales Zusammenspiel und soziale Kompetenzen. Darüber hinaus ist der Fußball eine hervorragende Möglichkeit, die Inklusion behinderter Menschen voranzutreiben.

Das Turnier hat deshalb auch im Kalender des Deutschen Fußball-Bundes einen festen Platz: „Die Deutsche Meisterschaft der Werkstätten für behinderte Menschen ist das Flaggschiff unserer Kooperation mit den Werkstätten. Gleichzeitig arbeiten wir im Rahmen des Projekts ‚700 Vereine, 700 Werkstätten‘ daran, Werkstätten und Fußballvereine enger zusammenzubringen. Wir wollen, dass Menschen mit und ohne Behinderung gemeinsam im Verein Fußball erleben", so DFB-Vizepräsident Eugen Gehlenborg.

Der neue Deutsche Meister aus Recklinghausen ist auch hier Vorbild – die Werkstatt pflegt eine Kooperation mit dem TuS Haltern, dem Heimatverein von Christoph Metzelder und Benedikt Höwedes. Offensichtlich ein gutes Omen.

Platzierungsliste

01. Recklinghausen: Recklinghäuser Werkstätten (Nordrhein-Westfalen)
02. Gelnhausen: Behinderten-Werk Main-Kinzig (Hessen)
03. Berlin: Berliner Werkstätten für Menschen mit Behinderung
04. Hannover: Hannoversche Werkstätten (Niedersachsen)
05. Magdeburg: Lebenshilfe-Werk Magdeburg (Sachsen-Anhalt)
06. Nordhausen: Nordthüringer Werkstätten gGmbH (Thüringen)
07. Offenbach/Queich: Südpfalzwerkstatt gGmbH (Rheinland-Pfalz)
08. Cottbus: Lebenshilfe Werkstätten Hand in Hand (Brandenburg)
09. Nürnberg: noris inklusion gGmbH (Bayern)
10. Demmin: Peene Werkstätten GmbH (Mecklenburg-Vorpommern)
11. Kappeln: Kappelner Werkstätten (Schleswig-Holstein)
12. Sindelfingen: GWW Sindelfingen (Baden-Württemberg)
13. Hamburg: alsterarbeit
14. Püttlingen: Bübinger Werke (Saarland)
15. Marienberg: Lebenshilfewerk Mittleres Erzgebirge (Sachsen)
16. Bremen: werkstatt martinshof

Weitere Informationen und aktuelle Ergebnisse unter www.fussball-wfbm.de externer Link


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