Panorama 18.01.17
Wir sind viele: Ausstellungseröffnung im Bundestag
Fotograf Jim Rakete und Teilnehmerin Aananthabairavy Pooventhiranathan
Der Fotograf Jim Rakete mit der porträtierten Aananthabairavy Pooventhiranathan vor ihrem Foto
© Mario Haase
Anlässlich des 150-jährigen Jubiläums der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel porträtierte der Starfotograf Jim Rakete Menschen mit Behinderungen, darunter Menschen mit Epilepsie, mit psychischen Leiden, mit Gewalt- und Suchterfahrungen, mit unheilbaren Krankheiten. Er besuchte die Menschen dort, wo sie leben: zu Hause, in Werkstätten, an ihren Lieblingsplätzen. So entstand die Fotoserie „50 Porträts – 50 Menschen – 50 Leben".

Zu Ausstellungseröffnung im Paul-Löbe-Haus des Deutschen Bundestages kamen neben dem Fotografen und den Porträtierten viele Vertreter der Politik. Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages, begrüßte die Gäste und freute sich über so prominente Inszenesetzung der Menschen, die sonst eher um Wahrnehmung kämpfen müssen. Pastor Ulrich Pohl, Vorstandsvorsitzender der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, dankte insbesondere auch dem Deutschen Bundestag.

Gedenken an den Holocaust
Ulla Schmidt
Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt eröffnete die Fotoausstellung
© Mario Haase
Die von Bethel angestoßene und vom Bundestag ermöglichte Ausstellung „Wir sind viele" ist als offizielle Ausstellung zudem Teil der Gedenkveranstaltung des Deutschen Bundestages am 27. Januar, dem Deutschen Holocaust-Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus. In diesem Jahr wird besonders an die Opfer der Aktion T4 der Nationalsozialisten erinnert. Das „Euthanasie-Programm“ führte zur systematischen Vernichtung von mehr als 70.000 Menschen mit Behinderungen, die von den Nationalsozialisten als „unwertes Leben" eingestuft wurden. Sowohl der damalige Leiter Bethels, Pastor Friedrich von Bodelschwingh (der Jüngere), als auch Pastor Paul Gerhard Braune, Leiter der zu Bethel gehörenden Hoffnungstaler Anstalten Lobetal bei Berlin, versuchten den Widerspruch: Im Juli 1940 übergaben sie in der Reichskanzlei eine Denkschrift gegen die Euthanasie an Adolf Hitler.

Anders als andere Behinderteneinrichtungen konnten Bethel und Lobetal mit hinhaltendem Widerstand, Taktieren und Gesprächen im Hintergrund letztlich fast alle ihre Bewohner vor dem Abtransport in die Vernichtungsanstalten retten. Dass dennoch sieben von 14 jüdischen Patienten aus der Anstalt abgeholt und von den Nationalsozialisten ermordet wurden, erschüttert die Menschen in den von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel bis heute.

Die Ausstellung in der Halle des Paul-Löbe-Hauses schafft Aufmerksamkeit und ist eine besondere Auszeichnung. Dort ist die Jubiläumsausstellung bis zum 10. Februar 2017 zu sehen. Mehr Informationen zur Ausstellung finden Sie auf den Webseiten der von Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel externer Link und des Deutschen Bundestages externer Link


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