Politik 05.04.17
Menschen arbeiten mit Menschen
Die Frage, wie Fehlverhalten von Fachpersonal in Werkstätten verhindert werden kann, beschäftigte die Teilnehmer der Veranstaltung
© BAG WfbM | U. Niklas
Unter dem Titel „Menschen arbeiten mit Menschen – Herausforderungen für Fach- und Führungskräfte in Werkstätten“ fand am Freitag, den 31. März 2017 die Sozialpolitische Veranstaltung auf der Werkstätten:Messe statt. Die RTL-Sendung „Team Wallraff“ hatte am 20. Februar 2017 ein schockierendes Verhalten von Mitarbeitern in Werkstätten gegenüber Menschen mit Behinderungen gezeigt. Die Veranstaltung beschäftigte sich mit der Frage, wie es passieren kann, dass sich Mitarbeiter derartig „gehen lassen“.

Es diskutierten Dr. Jochen Walter, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BAG WfbM, Dr. Michael Weber, Geschäftsführer Heilpädagogisches Zentrum Krefeld, Jürgen Thewes, Vorstandsmitglied Werkstatträte Deutschland, Renate Windisch, Betriebsleiterin der Isar-Würm-Lech gGmbH und Margarete Gerber-Velmerig, Supervisorin.

Konstruktive Diskussion

Moderiert vom Journalisten Tilman Billing suchten die Beteiligten nach konstruktiven Lösungsvorschlägen, wie solche Verhaltensweisen vermieden werden können. Bereits bei der Personalauswahl aber insbesondere auch bei der Qualifikation und Weiterentwicklung der Mitarbeiter gibt es eine Vielzahl von Stellschrauben, die ein wertschätzendes Unternehmensklima und kollegiales Miteinander schaffen können. Es wurde ebenfalls deutlich, dass nicht alleine die Fachkräfte, sondern vor allem die Führungskräfte in der Verantwortung sind. Fragen der Haltung und wie diese erzeugt und transportiert werden kann, aber auch Fragen der vorbildlichen Führung und Instrumente wie beispielsweise Supervision oder Jobrotation wurden diskutiert.

Eine entscheidende Rolle spielt nicht zuletzt die Ebene der Werkstattbeschäftigten selbst. Sie müssen die Möglichkeit haben, über niedrigschwellige Beratungsangebote und Vertrauensleute Hilfe und Unterstützung zu bekommen. Hier spielen vor allem die Werkstatträte und künftig die Frauenbeauftragten eine wichtige Rolle. Nur mit einer ordentlichen Ausstattung, Qualifizierung und Begleitung können diese Instanzen ihre volle Wirkung entfalten. Die Werkstätten müssen ein besonderes Interesse daran haben, hier die richtigen Voraussetzungen zu schaffen.

Kein Patentrezept
Es wurde deutlich: Ebensowenig, wie sich die dokumentierten Vorfälle verallgemeinern lassen, gibt es pauschale Rezepte, um diese abzustellen. Es gibt vielmehr mehrere Möglichkeiten, die jeder, der in die Organisation eingebunden ist, zum Gelingen eines wertschätzenden Miteinanders beitragen kann. Dr. Jochen Walter machte in seinem Schlussstatement deutlich, dass es dennoch um mehr als eine Feigenblattdiskussion geht: Es ist richtig und wichtig und gehört zur Aufgabe eines Vereins, Lösungsansätze zu sammeln, Impulse zu geben und Angebote zu machen. Die richtigen Schlüsse zu ziehen, passende Instrumente einzusetzen und Maßnahmen umzusetzen, ist dann von den Gegebenheiten vor Ort abhängig und liegt in der Verantwortung der einzelnen Träger.


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