Politik 14.11.17
Unrecht anerkennen: Stiftung bietet individuelle Hilfe
Logo Stiftung Anerkennung und Hilfe
Die Stiftung Anerkennung und Hilfe wurde von Bund, Ländern und Kirchen ins Leben gerufen.
© BMAS
Die Stiftung Anerkennung und Hilfe externer Link hat ihre Arbeit seit dem 1. Januar 2017 aufgenommen. Sie bietet Menschen Beratung sowie Entschädigung, die als Minderjährige in stationären Einrichtungen der Behindertenhilfe oder Psychiatrie untergebracht und dort körperlicher, psychischer oder sexueller Gewalt ausgesetzt waren und/oder als Arbeitskraft ausgenutzt wurden. Dabei geht es um den Zeitraum zwischen 1949 und 1975 in Westdeutschland sowie zwischen 1949 und 1990 in der Deutschen Demokratischen Republik.

Noch heute leiden bundesweit schätzungsweise rund 97.000 Männer und Frauen unter den Konsequenzen von erlittener Gewalt und Unrecht. Um das Leid öffentlich anzuerkennen und dessen Folgewirkungen abzumildern, beschlossen der Bund, die Länder und die Kirchen im Jahr 2016, die Stiftung Anerkennung und Hilfe ins Leben zu rufen. Sie soll neben der Entschädigung auch die wissenschaftliche Aufarbeitung koordinieren.

Wer hat Anspruch?
Personen, für die folgende Voraussetzungen zutreffen, können sich bei der Stiftung noch bis zum 31. Dezember 2019 anmelden:
  • Personen, die im Zeitraum zwischen dem 23. Mai 1949 und dem 31. Dezember 1975 in der Bundesrepublik Deutschland als Minderjährige in Einrichtungen der Behindertenhilfe beziehungsweise der Psychiatrie Gewalt erfahren haben und die noch heute unter den Folgewirkungen leiden und/oder die als Minderjährige ab dem vollendeten 14. Lebensjahr in diesen Einrichtungen gearbeitet haben, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt wurden.
  • Personen, die im Zeitraum vom 7. Oktober 1949 und dem 2. Oktober 1990 in der Deutschen Demokratischen Republik als Minderjährige in Einrichtungen der Behindertenhilfe beziehungsweise der Psychiatrie Gewalt erfahren haben und die noch heute unter den Folgewirkungen leiden und/oder die als Minderjährige ab dem vollendeten 14. Lebensjahr in diesen Einrichtungen gearbeitet haben, ohne dass Sozialversicherungsbeiträge eingezahlt wurden.
Aufbau der Stiftung Anerkennung und Hilfe
Beratung, Auszahlung der Geldpauschalen und wissenschaftliche Aufarbeitung des Geschehenen gehören zu den Aufgaben der Stiftung.
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Die Stiftung bietet bei Kontaktaufnahme über ihre Anlauf- und Beratungsstellen externer Link im jeweiligen Bundesland persönliche Beratung an, unterstützt beim Ausfüllen der Anmeldung, prüft die Voraussetzungen und leitet – sind diese erfüllt – die Anmeldung an die Geschäftsstelle weiter. Nach Prüfung auf Schlüssigkeit wird der Antragsteller schriftlich über das Ergebnis der Prüfung benachrichtigt. Falls alle Voraussetzungen erfüllt sind, erfolgt die einmalige Auszahlung einer Geldpauschale.

Die Stiftung verfügt über rund 288 Millionen Euro, die auch zur wissenschaftlichen Aufarbeitung eingesetzt werden. Das Geld kommt von Bund, Ländern und Kirchen. Weitere Informationen finden Sie auf den Seiten der Stiftung externer Link.


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