Arbeitswelt 09.05.06
Intensive Zusammenarbeit vereinbart
Polen stand nicht ohne Grund als Ehrengast im besonderen Fokus der diesjährigen Werkstätten:Messe an ihrem neuen Standort in Nürnberg. Wenngleich die Zahl der Aussteller aus Polen noch gesteigert werden kann, fanden am Rande des Messegeschehens mehrere Gespräche über das polnische und bundesdeutsche Werkstättensystem statt.
Ulrich Scheibner (BAG WfbM)
im Gespräch mit Dr. Mrugalska (PSOUU)
und Übersetzerin
Unser nationaler Partnerverband Polskie Stowarzyszenie Na Rzecz Osób Z Uposledzeniem Umyslowym (PSOUU) aus Warschau war hochrangig vertreten und interessierte sich besonders für das deutsche Werkstättensystem. Ausführlich wurden die gesetzlichen Grundlagen in der Bundesrepublik Deutschland, ihre Entstehung und die Bedeutung wichtiger Begriffe erläutert. Um einen möglichst aktuellen Überblick über die Werkstatt als Teilhabeformen für behinderten Menschen am Arbeitsleben in unserem Land zu bekommen, wurden neue Entwicklungen aufgezeigt. Erfahrungen aus der Vergangenheit und Herausforderungen für die Zukunft wurden angesprochen.

Unsere polnischen Partner machten auf die vielfältigen Regelungen über Teilhabemöglichkeiten in ihrem Land aufmerksam und sprachen von einer Phase der Orientierung. Vergleiche des eigenen Systems mit Formen der Beschäftigung behinderter Menschen in den Mitgliedsstaaten der Union sind ein bedeutender Arbeitsschwerpunkt unseres Partnerverbandes. Dabei soll die im Vorjahr begonnene inhaltliche Zusammenarbeit mit der BAG WfbM fortgesetzt werden. Eine nationale Konferenz mit dem zuständigen polnischen Fachminister soll schon im April in Warschau die Vorzüge der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben thematisieren.
<small>Die polnische Delegation in der Werkstatt</small>
Die polnische Delegation in der Werkstatt
Von der BAG WfbM wünscht man sich eine inhaltliche Unterstützung, gerade auch um die neue, polnische Regierung auf andere Organisationsformen von Beschäftigung für Menschen mit Behinderungen aufmerksam zu machen. Viel Zeit investierten unsere polnischen Nachbarn für die theoretischen Grundlagen des deutschen Werkstättensystems. Ergänzend hierzu wollten sie sich aber auch über die eigentliche Arbeit vor Ort am Beispiel der Werkstatt Nürnberg informieren. Der dortige Werkstattleiter führte die Gruppe durch die einzelnen Fertigungsbereiche. Außerdem erläuterte er die Funktion des Berufsbildungsbereichs. In Polen gibt es keine einheitliche Werkstatt aus einem Berufsbildungsbereich und Arbeitsbereich, organisiert unter einem Dach. Vielmehr existiert eine Vielzahl unterschiedlicher Institutionen, die mit der Organisation von Teilhabe behinderter Menschen am Leben in der Gesellschaft beauftragt sind.

Dieser Besuch steht in der Tradition regelmäßiger Gespräche zwischen unseren Verbänden. Dabei hatte die BAG WfbM schon mehrere Male die Möglichkeit, die unterschiedlichen Organisationsformen der Teilhabe behinderter Menschen am Arbeitsleben in Polen kennenzulernen. Vergleiche zwischen unseren Ländern dienen dem Erfahrungsaustausch und sind für die Umsetzung neuer Konzepte in unseren Ländern sehr wertvoll.


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