Politik 27.10.06
Die Kampagne TeilhabeTage ist eröffnet
Alle Menschen haben das gleiche Recht zur Teilhabe. Doch es wird weiterhin vielen Menschen verwehrt – mit steigender Tendenz. Ganz besonders Menschen mit hohem Unterstützungsbedarf wird immer häufiger das Recht abgesprochen, ihr Leben nicht nur in einem Wohnheim zu fristen, sondern auch einen Wechsel des Milieus zu erleben. Das ist einer der Gründe, warum die BAG WfbM und die Fachverbände der freien Wohlfahrtspflege die Kampagne TeilhabeTage ausgerufen und in den Rahmen der von Aktion Mensch initiierten „Die Gesellschafter“ eingereiht haben. Der Bundesminister für Arbeit und Soziales hat die Schirmherrschaft über die TeilhabeTage übernommen.

Zum Auftakt der TeilhabeTage standen am 26. Oktober 2006 im Kleisthaus in Berlin die Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, Karin Evers-Meyer, sowie Günter Mosen, BAG WfbM-Vorsitzender; Achim Wegmer, Vertreter der Menschen mit Behinderung; Dr. Alexander Vater, BeB; Bernward Jacobs, CBP; Maren Müller-Erichsen, Lebenshilfe und Ulla Raphael als Angehörigenvertretung zu einem Pressegespräch zur Verfügung.

Günter Mosen machte sehr deutlich, daß der vom Sozialgesetzbuch gewollte Nachteilsausgleich in Gefahr steht, daß die Teilhabe der Menschen, die wegen ihrer besonderen Eigenschaften nicht am Erwerbsleben teilnehmen können, immer weiter beschränkt wird.

Achim Wegmer gab ein beeindruckendes Votum für alle diese Menschen ab, die nicht für sich selbst sprechen können, und in deren Namen er sprechen wollte. Er machte deutlich, daß es nicht sein kann, daß man sein Leben tagein tagaus innerhalb eines Hauses verbringen kann, sondern daß es zur Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft gehört, sein Leben unterschiedlich zu gestalten – beispielsweise in einer Fördergruppe außerhalb des Wohnheims und unter dem verlängerten Dach einer Werkstatt.

Zu Leistungen zur Teilhabe sind Rehabilitationsträger in Deutschland nach den Vorschriften verschiedener Bücher des Sozialgesetzbuchs verpflichtet.

Das sind die notwendigen Sozialleistungen, um unabhängig von der Ursache einer Behinderung, diese abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, ihre Verschlimmerung zu verhüten oder ihre Folgen zu mildern; Einschränkungen der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit zu vermeiden, zu überwinden, zu mindern oder eine Verschlimmerung zu verhüten sowie den vorzeitigen Bezug anderer Sozialleistungen zu vermeiden oder laufende Sozialleistungen zu mindern; die Teilhabe am Arbeitsleben entsprechend den Neigungen und Fähigkeiten dauerhaft zu sichern oder die persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern und die Teilhabe am Leben in der Gesellschaft sowie eine mögliche selbständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen oder zu erleichtern.

Am 27. Oktober 2006 fand die Eröffnungsveranstaltung der BAG WfbM im Umweltforum Auferstehungskirche Berlin statt. Hier war im Rahmen einer Informationsveranstaltung der LAG WfbM Berlin ein Forum TeilhabeTage eingerichtet, zu dem Günter Mosen ein viel beachtetes Referat hielt. Im Anschluß an den offiziellen Teil wurden Fragen der Besucher beantwortet. Auch hier wurde deutlich, wie schwer es für Angehörige und die Betroffenen selbst ist, ihr Recht auf Teilhabe wahrzunehmen.

Deutlich wurde auch, daß man nicht behindert ist, sondern wird – und daß dies häufig die ganze Familie betrifft. Der LAG WfbM-Vorsitzende von Berlin, Klaus Leonhardt, machte in Einzelfällen konkrete Hilfsangebote.

Siehe auch www.teilhabetage.de externer Link.


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