Panorama 18.11.03
Die Special Olympics World Games Ireland 2003
Erfolgreiche Teilnahme von Sportlern mit geistiger Behinderung aus 26 WfbMs

In Irland fand die weltweit größte Sportveranstaltung des Jahres 2003 statt.
7000 Sportler mit geistiger Behinderung aus 166 Ländern der Erde trafen sich zu den "XI. Special Olympics World Summer Games" in Dublin und feierten die bisher größten olympischen Spiele in der gut 30-jährigen Geschichte von Special Olympics. 500.000 Zuschauer verfolgten das Event, darunter prominente Paten wie z.B. Arnold Schwarzenegger, Muhamed Ali, John Bon Jovi, U2, Pierce Brosnan und Gründerin Eunice Kennedy Shriver, Schwester von John F. Kennedy mit ihrer Familie.

Deutschland stellte bei den Weltspielen die drittgrößte Delegation nach den USA und Gastgeber Irland. Sehr gut vertreten waren Deutschlands WfBM's, die mit mehr als 120 Sportlern aus 26 Werkstätten den Großteil der deutschen Delegation ausmachten.
In 16 Sportarten gingen die Athleten an den Start und kehrten mit 72 gewonnen Medaillen - darunter 31 Goldmedaillen, 27 Silbermedaillen und 24 Bronzemedaillen - zurück.

"Gerade aus dem WfBM-Bereich verzeichnen wir in den letzten Jahren eine große Nachfrage. Immer mehr Werkstätten erkennen, dass gerade die Special Olympics Bewegung eine hervorragende Plattform ist, die Leistungsfähigkeit der behinderten Menschen in der Öffentlichkeit darzustellen.", erläutert Karl-Heinz Thommes, Vizepräsident von Special Olympics Deutschland, Mitbegründer und selbst Vater eines behinderten Sohnes.

Sport und sporttherapeutische Angebote gehören in den meisten Werkstätten zum Tagesprogramm. Er dient einerseits der körperlichen Fitneß und Leistungsverbesserung und kann andererseits als wichtiger Baustein der Persönlichkeitsförderung das Selbstwertgefühl steigern und somit entscheidend zur Integration beitragen.

Diese positiven Aspekte kommen bei Special Olympics Veranstaltungen besonders zur Geltung weiß Geschäftsführer Erwin Görgen von den Westeifel Werken (WEW) in Gerolstein und untermauert die Aussage von Thommes. "In keinem anderen Punkt unserer Arbeit erzielen wir eine solch große Resonanz in der Bevölkerung.", erläutert Görgen und spricht damit die zahlreichen Fernsehbeiträge, Radioberichte und mehr als 40 Presseartikel an, die alleine zur WEW-Teilnahme an den Weltspielen in Irland veröffentlicht wurden. "Bei uns weiß mittlerweile jeder was Special Olympics ist und die gesamte Eifelregion verfolgt äußerst interessiert das Geschehen um die Sportler. Gut daran ist, dass wir über den Sport auch andere Bereiche und Anliegen der Werkstatt in den Medien transportieren können.", sagt Görgen. Doch nicht nur das: Die Westeifel Werke haben mittlerweile so viele Sponsoren gefunden, dass sie nicht nur die Teilnahme an den Weltspielen problemlos finanzieren können, sondern auch eine Reihe anderer sportliche Aktivitäten, die vielen Werkstattmitarbeitern zu Gute kommen.

In der Tat hat Special Olympics im Gegensatz zu den Paralympics (der olympischen Bewegung für körperbehinderte Spitzensportler) mehr zu bieten als reinen Leistungssport. Zunächst einmal kann durch die Einteilung in homogene Leistungslevels eine größere Anzahl an Sportlern erreicht werden. Auch der schwerstbehinderte Mensch hat Chancen auf eine Medaille und das damit verbundene Erfolgserlebnis. Weiterhin stehen besondere Veranstaltungsteile unter sozialen Gesichtspunkten, wie beispielsweise ein "Host-Town-Programm", bei dem die Teilnehmer in einer Gastgeberstadt eine Woche lang die Möglichkeit haben das Land und die Leute kennen zu lernen. Beeindruckend auch die Zahl der freiwilligen Helfer: 30.000 so genannte "Volunteers" haben bei den Special Olympics Weltspielen in Irland nicht nur für einen reibungslosen organisatorischen Ablauf gesorgt, sondern auch für viel zwischenmenschliche Begegnung gesorgt.

Das alles darf jedoch nicht darüber hinweg täuschen, das der Sport bei Special Olympics nur eine Nebensache ist. Gerade der Ehrgeiz und der Wille zum sportlichen Erfolg ist auch bei Menschen mit geistiger Behinderung vorhanden.

Fragt man die Athleten vor solchen Spielen nach ihren Wünschen, so träumen die meisten doch von einer Goldmedaille und nicht nur vom berühmten Spruch: "Dabei sein ist alles."

Bestätigt wird dies von Prof. Dr. Peter Kapustin, Sportwissenschaftler und Präsident von Special Olympics Deutschland: "Auch wenn ca.25% der Menschen mit schwerster geistiger Behinderung den Wettkampfgedanken nicht oder noch nicht verstehen, ist dieser bei etwa 75 % der Sportler gewollt und auch von ihnen gewünscht. Wir sollten dies den Menschen nicht vorenthalten, auch wenn der Sieg vergleichsweise nicht die überragende Rolle spielt. Im Gegensatz zu anderen Sportveranstaltungen bleiben Nationenwertungen oder ähnliches bei Special Olympics außen vor."

Ähnlich wie Werkstätten für behinderte Menschen übernimmt also auch Special Olympics eine "duale" Aufgabe, abgestimmt auf den Personenkreis der Menschen mit geistiger Behinderung. Beim Sport geht es vielleicht ein wenig einfacher "Leistung und Persönlichkeitsförderung" unter einen Hut zu bringen.

Die Special Olympics World Games Irland 2003 sind vorüber, aber nicht in den Köpfen von 124 Werkstattmitarbeitern. Sie werden noch lange an unvergessliche Erlebnisse zurückdenken und vor allem daran das sie vielleicht zum erstem Mal in ihrem Leben richtig im Mittelpunkt standen: bei den Werkstattkollegen, in der Familie, bei Freunden und Bekannten, in ihrem Wohnort und in den Medien.

Weitere Informationen unter Westeifel Werke externer Link und bei Hermann Dahm

Weitere Einblicke gibt's unter http://www.specialolympics.de externer Link.

Die Special Olympics World Games Ireland 2003 in Fakten:

vom 16.bis 29. Juni 2003 in Dublin und Umgebung / Irland

Es nahmen teil:
  • 7.000 Athleten mit geistiger Behinderung aus 166 Ländern der Erde
  • 3.000 Trainer und Delegierte
  • 28.000 Familienangehörige und Freunde
  • 30.000 freiwillige Helfer
  • 500.000 Zuschauer während den Spielen
  • 1.500 Medienvertreter
Die deutsche Delegation setzte sich zusammen aus 167 Sportlern mit geistiger Behinderung, die in 16 Disziplinen an den Start gingen. Begleitet wurde das deutsche Team von 58 Trainern und weiteren Delegationsmitgliedern.

Mit 124 Athleten mit geistiger Behinderung waren 26 deutsche WfbMs bei den Special Olympics Weltspielen in Irland vertreten.


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