Politik 07.03.08
Werkstätten:Messe: Stewens fordert bessere Chancen
Bayerns Sozialministerin Christa Stewens (CSU) hat die Arbeitgeber aufgefordert, Menschen mit Behinderung eine Chance zu geben, ihr Können unter Beweis zu stellen. Die Teilhabe am Arbeitsleben ermögliche auch diesem Personenkreis eine Teilhabe am gesellschaftlichen Leben, sagte Stewens am Donnerstag bei der Eröffnung der weltgrößten Messe für Werkstätten in Nürnberg. „Die Bedeutung der Werkstätten liegt vor allem in der Integration in das Arbeitsleben und der Aufwertung des eigenen Selbstwertgefühls“, betonte die Ministerin.

Auf der Messe bieten 215 Aussteller bis Sonntag (9. März) einen Einblick in die breite Palette an hochwertigen und technologischen Produkten und Dienstleistungen, die in den Werkstätten geschaffen würden. Unter dem Motto „bunt, fröhlich, kreativ“ will die Messe auch den Austausch zwischen den Werkstätten und den Menschen mit und ohne Behinderung stärken. Laut Stewens bieten die Werkstätten den Beschäftigten auch einen geregelten Tagesablauf, an dem sie mitwirken und mitgestalten können.

Der Vorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen, Günter Mosen, wies darauf hin, daß die Werkstätten im Leben der freien Wirtschaft bestehen müßten. Doch könnten die dort unterstützten Menschen auch ihr gemeinsames Leben gestalten und damit besser in die Gesellschaft integriert werden. Laut Mosen werden die Qualitätsprodukte von behinderten, aber hoch motivierten Menschen auf der Werkstätten:Messe am Wochenende auch zum Verkauf angeboten. Gastland der 23. Werkstätten:Messe ist Österreich.

Sozialministerin Stewens: Arbeit ermöglicht aktive Teilhabe am gesellschaftlichen Leben - Arbeitgeber sollen Menschen mit Behinderung eine Chance geben - Werkstätten sind unverzichtbarer Pfeiler „Die gleichberechtigte Teilhabe behinderter Menschen am gesellschaftlichen Leben ist zentrales Anliegen unserer Behindertenpolitik. Wichtiger Aspekt ist die Teilhabe am Arbeitsleben, denn Arbeit bedeutet auch die Entwicklung und Entfaltung beruflicher und sozialer Kompetenzen. Für die berufliche Eingliederung sowie den Erhalt und die Ausstattung von Arbeitsplätzen für Menschen mit Behinderung hat der Freistaat 2007 etwa 43 Millionen Euro aus der Ausgleichsabgabe eingesetzt. Gerade für behinderte Menschen hat Arbeit einen besonderen Stellenwert. Sie wollen gefordert werden. Sie wollen ihren gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Beitrag aus eigener Kraft einbringen und damit als vollwertige Mitglieder unserer Gesellschaft ernst genommen werden. Und daß sie dies zu recht wollen, zeigt die Vielfalt dieser Werkstätten:Messe erneut eindrucksvoll.“ Mit diesen Worten eröffnete Bayerns Sozialministerin Christa Stewens heute die Werkstätten:Messe, die bis Sonntag, 9. März, im Messezentrum Nürnberg stattfindet.

Nach wie vor seien behinderte Menschen im Vergleich zu Menschen ohne Behinderung überdurchschnittlich von Arbeitslosigkeit betroffen. „Deshalb mein Appell an alle Arbeitgeber: Geben Sie Menschen mit Behinderung eine Chance, ihr Können auch im Arbeitsleben unter Beweis zu stellen.“ Vor allem junge Menschen mit Behinderung sollen die Möglichkeit bekommen, in einer Berufsausbildung ihre Begabungen und Fähigkeiten und damit auch ihre Persönlichkeit zu entwickeln“, betonte Stewens und wies auf ein Projekt zur Förderung des Übergangs von der Förderschule in den Beruf hin, das Bayern derzeit durchführe. „Wir wollen dabei jungen geeigneten Abgängern der Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung eine berufliche Perspektive außerhalb der Werkstätten für behinderte Menschen eröffnen. Dazu akquirieren die Integrationsfachdienste adäquate Praktikums-, Ausbildungs- und Arbeitsplätze“, erklärte die Ministerin.

Dennoch seien viele Menschen mit Behinderung, gerade die mehrfach- und schwerstbehinderten, auf alternative Beschäftigungsmöglichkeiten angewiesen.

Stewens: „In Bayern steht ein flächendeckendes Netz von etwa 180 Werkstätten für behinderte Menschen mit rund 28.500 Berufsbildungs- und Arbeitsplätzen zur Verfügung. Die Werkstätten sind ein unverzichtbarer Pfeiler unserer Sozialpolitik. Sie bieten nicht nur Beschäftigungsmöglichkeiten, sondern sind kompetente Kooperationspartner und Auftragnehmer namhafter Industrieunternehmen, zuverlässige Dienstleister und Produzenten.“

(dpa/lby) Keyvan Dahesch, Publizist und Freier Journalist


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