Politik 27.06.08
Dritte Anhörung der Grünen zur Zukunft der Eingliederungshilfe
Unter dem Titel „Neue Wege für Werkstätten? Die Entwicklung personenbezogener Hilfen zur Arbeit“ fand am 23.06.2008 in Berlin eine weitere Anhörung der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen statt. Dabei standen dieses Mal die Werkstätten im Mittelpunkt des Interesses. Anders als in den Vorankündigungen, wo noch vom „Dunstkreis der Werkstätten“ die Rede war, wurde die Diskussion überwiegend sachlich und weitgehend „ideologiefrei“ geführt.

Im ersten Block der Veranstaltung standen alternative Leistungsformen zur Werkstatt im Vordergrund. Der Veranstalter plazierte hier den Geschäftsführer der BAG UB, Jörg Bungart, der sich auch konstruktiv-kritisch mit dem Gesetzentwurf zur „Unterstützten Beschäftigung“ auseinandersetzte. Es folgten zwei Berichte über Erfahrungen mit dem „Budget für Arbeit“ in Rheinland-Pfalz, die verdeutlichten, daß Werkstätten heute um ein vielfaches innovativer sind, als ihnen von einigen Seiten immer wieder unterstellt wird.

Nahtlos daran an knüpfte im zweiten Block der Veranstaltung der Beitrag von Harald Mohr, Vorsitzender der LAG WfbM Nordrhein-Westfalen, der ein Modell der Werkstatt als „Kompetenzzentrum“ für Arbeit aufzeichnete. Mohr betonte dabei, daß es schon traurig sei, daß immer häufiger von „nur Werkstatt“ gesprochen werde, womit ausgeblendet wird, daß der Zugang zur Werkstatt - außerhalb Nordrhein-Westfalens - nach wie vor vielen Menschen mit schweren und schwersten Behinderungen verweigert wird.

Aussagen grundsätzlicher Art machte Marlis Kawohl, Lehrbeauftragte der Universität Bremen, in ihrem Beitrag, indem sie auf die Hindernisse zwischen institutionell geprägtem Leistungsrecht und den individuellen Wünschen und Bedürfnissen des Einzelnen hinwies.

Im dritten und letzten Block der Veranstaltung formulierten Betroffene und Angehörige ihre Anforderungen sowohl an die Werkstätten als auch an mögliche alternative Unterstützungsformen auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dabei konnte kein Zweifel aufkommen, daß diese Menschen einen wesentlichen Beitrag an der zukünftigen Gestaltung von Werkstätten für sich beanspruchen.

Diese eindeutige Orientierung an der „Perspektive Mensch“, d. h. an der Entwicklung personenbezogener statt institutionsorienter Hilfen, ist dabei auch die Position der BAG WfbM. Daß dabei nicht ausschließlich - wie dies aktuell leider überwiegend geschieht - der Personenkreis im sogenannten „Grenzbereich“ zwischen erstem Arbeitsmarkt und Werkstatt in den Blick genommen werden darf, sondern Teilhabe am Arbeitsleben für ALLE Menschen mit Behinderungen möglich sein muß, stellte Andreas Trümper von der BAG WfbM unter Zustimmung zahlreicher Anwesender fest. Daß Werkstätten hierzu einen wesentlichen und unverzichtbaren Beitrag leisten, wurde dabei von niemandem in Zweifel gezogen. Leider waren allerdings nur wenige Vertreter von Politik und Leistungsträgern anwesend, so daß zu befürchten ist, daß auch die hier bestätigten Erkenntnisse ihre Zielwirkung verfehlen könnten. Mehr dazu in der Verbandszeitschrift der BAG WfbM, dem Werkstatt:Dialog.


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