Panorama 29.11.08
Heißer Stuhl
Im Winter ist es kalt. Das stimmt zwar nicht in jedem Jahr, doch das im Sommer so beliebte Sitzen im Freien hat im Winter einen begrenzten Vergnügungswert. Doch wie ist das eigentlich bei Rollifahrern? Bleibt ihnen bei tiefen Temperaturen nur die Möglichkeit, den Aufenthalt im Freien zu vermeiden? Oder: Wie ist es eigentlich mit Wintersport bei unseren Freunden im Rollstuhl?

Die gute Nachricht: Alles kein Problem. Mehr Freiheit – ohne Frieren. Das verspricht novosan, ein Wärmesystem für Rollstuhlfahrer. Einfach den Knopf drücken und ein Akku beheizt den wasserdichten Fußsack und die Wärmeauflagen für Sitzfläche und Rückenlehne. Auf angenehme 34 Grad. Kalte Füße sollten damit der Vergangenheit an gehören; egal, ob im Fußballstadion, auf dem Weihnachtsmarkt oder der Ski-Piste.

Und es gibt noch etwas Besonderes: Entwicklung, Fertigung und Vertrieb sind eine gelungene Kooperation zwischen der Automobilindustrie und einer Werkstatt für behinderte Menschen.

Von potentiellen Nutzern mitentwickelt

Innovativ bei diesem Produkt ist jedoch nicht nur die Technologie. Schon bei der Entwicklung von novosan waren Experten am Werk: nämlich Rollstuhlfahrer selbst. Sie haben die Prototypen mitentwickelt und getestet. Die Pfennigparade, eines der größten Rehabilitationszentren für körperbehinderte Menschen in Deutschland, schloß sich mit der Automotive Management Consulting (AMC) aus der Premium-Fahrzeugentwicklung und der Firma Zimmermann GmbH & Co. KG zusammen. „Eigentlich stamme ich aus der Automobilindustrie, aber ich wohne in der Nähe der Pfennigparade. Als ich im Winter wieder einmal im dortigen Park spazieren ging, kam mir die Idee der Sitzheizung. Die Kontakte zur Pfennigparade waren schnell geknüpft und AMC und die Firma Zimmermann stiegen begeistert in die Zusammenarbeit ein.“ beschreibt Eberhard Preschke, Projektleiter, die Entstehung dieser ungewöhnlichen Kooperation.

Auch die Produktion erfolgte gemeinsam. Die Firma Zimmermann liefert die Stoffe und die Elektronik, Beschäftigte der Werkstatt der Pfennigparade übernehmen die Endkontrolle sowie die Verpackung. Die Expertise in der Produktsicherheit und –zulassung stammt aus der Automobilindustrie, von AMC. Der komplette Vertrieb liegt in den Händen der Werkstatt. „Durch dieses neue Produkt entstehen in unserer Werkstatt Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung in den Bereichen Pflege der Internetseite, Bestellservice, Endmontage und Verpackung“, sagt Josef Grimm zufrieden, der Geschäftsführer des beteiligten Bereichs der Pfennigparade. „Wir sind in diesem Fall nicht nur der ‚verlängerte Arm’ der Wirtschaft für einfache Tätigkeiten, sondern sind komplett in die Produktionskette und den Vertrieb eingebunden.“ Somit bringt nicht nur das Produkt ein großes Plus für die Lebensqualität von Menschen mit einer Körperbehinderung, es entstehen auch langfristig integrative Arbeits- und Entwicklungsmöglichkeiten.

Mehr Informationen zu dem Produkt gibt es unter www.novosan.info externer Link


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