Werkstatt und Wirtschaft 05.08.13
Werkstätten haben eine umfassendere Aufgabe als nur die wirtschaftlich verwertbare Produktion. Die ist nur Mittel zu dem einen Zweck, ein wirtschaftliches Arbeitsergebnis zu erzielen, das als Arbeitsentgelt an die behinderten Beschäftigten ausgezahlt werden kann.

Werkstätten haben einen ganzheitlichen Eingliederungsauftrag und pädagogische, therapeutische, pflegerische u. a. Leistungen zu erbringen, damit die Werkstattbeschäftigten ihren persönlichen Weg ins Arbeitsleben finden können. Das Ergebnis der Eingliederungsleistungen heißt Teilhabe am beruflichen Leben und dem der Gemeinschaft.

Die Ergebnisse ihrer wirtschaftlichen Betätigung zahlen die Werkstätten als Arbeitsentgelt zu mindestens 70% an ihre Beschäftigten aus (§ 12 WVO). Um ihnen im Wettbewerb mit der Erwerbswirtschaft Chancen einzuräumen, Aufträge, Umsätze und Erträge zu ermöglichen, hat der Gesetzgeber versucht, den Werkstätten einige Marktbedingungen zu entschärfen. Dieser Nachteilsausgleich kommt den Auftraggebern und Endverbrauchern direkt zugute:
  • Die Erwerbswirtschaft kann die Zahlung ihrer Ausgleichsabgabe für die nicht mit schwerbehinderten Arbeitnehmern besetzten Plätze verringern, wenn sie Aufträge an Werkstätten vergibt.

  • Arbeitgeber, die durch diese Auftragsvergabe zur Beschäftigung in den Werkstätten beitragen, können 50 Prozent des auf die Arbeitsleistung der Werkstätten entfallenden Rechnungsbetrages auf die Höhe der von ihnen zu zahlenden Ausgleichsabgabe anrechnen.

  • Bei der Vergabe von Aufträgen durch die öffentliche Hand sind Werkstätten bevorzugt zu berücksichtigen. Dies gilt auch dann, wenn das Angebot der Werkstatt bis zu 15% über dem wirtschaftlichsten Angebot eines nicht bevorzugten Mitbewerbers liegt.

  • Steuerrechtlich gelten die Werkstätten als begünstigte "Zweckbetriebe" und brauchen nur den verringerten Umsatzsteuersatz abzuführen.

  • Zur Sicherung der Beschäftigung und zur Kompensation ihrer Wettbewerbsnachteile berechnen die als gemeinnützig anerkannten und einem Wohlfahrtsverband angehörenden Werkstätten nur den ermäßigten Umsatzsteuersatz von z. Z. sieben Prozent.

  • Ihr Hauptumsatz, die Vergütungen der öffentlichen Hand für die Eingliederungsleistungen, ist von der Umsatzsteuer befreit.
Werkstätten sind Marktteilnehmer. Ihre Arbeitsergebnisse müssen vermarktbar sein, um aus dem Ergebnis ein Arbeitsentgelt an die Beschäftigten zahlen zu können. Dieses Arbeitsentgelt beträgt im Durchschnitt 159 Euro im Monat. Gleichzeitig will das geltende Recht, dass sie ein möglichst breites Angebot an unterschiedlichen Arbeitsplätzen vorhalten. Deshalb sind Werkstätten in fast allen Bereichen des allgemeinen Wirtschaftslebens präsent. Ihre wirtschaftliche Betätigung umfasst
  • Lohn- bzw. Lohn-Auftragsfertigung: z. B. Metallbearbeitung mit CNC-Technik, Montage- und Verpackungsarbeiten, industrielle Fertigungsaufträge;

  • Dienstleistungen: z. B. Aktenvernichtung, Wäschereidienste, Garten- und Landschaftspflege, Mailingarbeiten;

  • die Herstellung und Vermarktung von selbstentwickelten Produkten: z. B. Holzspielwaren, Keramikerzeugnisse, Textilien, Gartenmöbel, Produkte aus ökologischem Landbau. Der Vertrieb der Produkte erfolgt im Wesentlichen über die rund 350 Werkstattläden im Bundesgebiet und die jährlich stattfindende Werkstätten:Messe in Nürnberg.
Nahezu 200 Werkstätten präsentieren ihre Produkte und Leistungen jährlich auf der Werkstätten:Messe externer Link in Nürnberg.

Hier erhalten Sie genaue Informationen über den Liefer- und Leistungsumfang der Werkstätten:
  1. Rehadat-Datenbank externer Link beim Institut der deutschen Wirtschaft
  2. Genossenschaft der Werkstätten Hessen-Thüringen externer Link
  3. Genossenschaft der Werkstätten Niedersachsen, Bremen und Sachsen-Anhalt externer Link
  4. Genossenschaft der Werkstätten Nord externer Link
  5. Gesellschaft der Werkstätten Nordrhein-Westfalen externer Link
  6. Genossenschaft der Werkstätten Süd externer Link
  7. Gesellschaft der Werkstätten Berlin externer Link


<< Zurück Seite drucken
Nutzerhinweis
Bitte beachten Sie, dass es mit dem Browser Google Chrome zu Problemen beim Download von Dokumenten in unserem Downloadbereich kommen kann. Nutzen Sie daher bitte Browser wie Mozilla Firefox und Internetexplorer.
FAQs zum BTHG
www.bthg.bagwfbm.de/uebersicht
"exzellent"-Preise
Die
Mehr BAG WfbM-Angebote
www.werkstaettenmesse.de Deutsche Meisterschaft Fußball der Werkstätten für behinderte Menschen www.werkstaettentag.de
Social Return on Investment
Die Studie zum Soical Return on Investment (SROI)
Kooperationspartner
www.curacon.dewww.solidaris.de www. ecclesia-gruppe.de