Die "exzellent"-Preisträger*innen aus dem Jahr 2020 16.09.20
Die "exzellent"-Preisträger*innen aus dem Jahr 2020

Preisträger*innen des „exzellent:arbeit“ 2020 und Gewinner von 1.000 Euro:
 
  • Baunataler Diakonie Kassel e.V.
mit „Inklusiver Campingplatz Kassel“

Im Zuge einer öffentlichen Ausschreibung der Stadt Kassel entstand eine vertrauensvolle Partnerschaft zwischen der bdks und Kassel Marketing. Ergebnis ist ein inklusives Projekt mit Vorbildcharakter: Der „inklusive Campingplatz“ bietet Menschen mit Behinderungen einen attraktiven Arbeitsplatz mit einem vielschichtigen Teilhabeangebot. Das Team setzt sich sowohl aus Personen mit einer psychischen Erkrankung als auch Menschen mit einer geistigen Behinderung zusammen - im Zweischichtdienst, auch an Wochenenden. Das Tätigkeitsspektrum umfasst neben der Pflege von Grünflächen, die Reinigung der Sanitärbereiche und Rezeptionsarbeiten. Daneben arbeiten die Menschen mit Behinderungen im Kioskverkauf, sie begleiten die ankommenden Urlauber auf ihre Plätze und informieren sie unter anderem über touristische Sehenswürdigkeiten, Parkanlagen und die Infrastruktur.

Die Jury lobt insbesondere die Übertragbarkeit und den inklusiven Charakter des Projektes. Menschen mit Behinderungen sind selbstverständlich in den Sozialraum eingebunden. Die Arbeit schafft vielfältige Anknüpfungspunkte, Begegnungen und Austausch. Die Jury verknüpft ihr Lob mit dem Appell an Werkstätten, öffentliche Ausschreibungen als Chance zu begreifen und sich aktiv in die Kommunen einzubringen.


Die Zweitplatzierten in der Kategorie „exzellent:arbeit“ und Gewinner von jeweils 500 Euro:
 
  • die ostholsteiner gGmbH
mit Designerleuchten lichter°meer
 
Arbeitsinhalte für verschiedene Gewerke an unterschiedlichen Werkstattstandorten – das waren die Ausgangspunkte für die Konzeption der neuen Produktlinie lichter°meer.
Ausgefallene und hochwertige Designerleuchten werden in sorgfältiger Handarbeit gefertigt. Trotz der Einzelfertigung können viele wiederkehrende Arbeitsschritte identifiziert und somit neue Arbeitsinhalte für die Werkstattbeschäftigten angeboten werden. Gewerke, die innerhalb der eigenen Organisation nicht vorhanden sind, werden an andere Werkstätten oder Inklusionsunternehmen vergeben.

Die Jury lobt das gelungene Gesamtkonzept. Das attraktive Design, verbunden mit Regionalität und Individualität machen die Designerleuchten lichter°meer zu einem gelungenen Eigenprodukt mit sehr guten Marktchancen.

 
  • Werkstätten St. Joseph
mit „MainBräuWerk - Wir brauen Bier“
 
Erstellung der Rezeptur, Einkauf der Zutaten, brauen, abfüllen, bewerben, verkaufen: Bierbrauen ist ein komplexer Prozess, bei dem die beteiligten Menschen mit Behinderungen ihre individuellen Stärken einbringen und neue Fertigkeiten sowie neues Wissen aus vielfältigen Bereichen erlernen. Dies gelingt im Team: eigenständig und auf Augenhöhe. So wird im MainBräuWerk „Werkstatt-Arbeit“ neu gedacht.

Die Jury überzeugte der ganzheitliche Ansatz von „MainBräuWerk - Wir brauen Bier“. Produktion, Vertrieb und Ausschank in liebevoller Handarbeit, ausgerichtet auf Beteiligung und Qualifizierung und mit viel Öffentlichkeitswirkung im Sozialraum. So entsteht ein regionales Produkt, das echte Teilhabe garantiert und am Markt besteht.


Preisträger*innen des „exzellent:bildung“ 2020 und Gewinner von 1.000 Euro:
 
  • Lebenshilfe Braunschweig gemeinnützige GmbH
mit dem Konzept „Immer was zu tun - Berufliche Bildung für Menschen mit höherem Hilfebedarf auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt“
 
Menschen mit Behinderungen in eine Ausbildung auf dem ersten Arbeitsmarkt zu integrieren ist eine große Herausforderung. Dies gilt insbesondere für den Personenkreis der Menschen mit höherem Hilfebedarf. Die Filiale der Hornbach Baumarkt AG in Braunschweig und der Berufsbildungsbereich der Lebenshilfe Braunschweig gGmbH gehen neue Wege: Sie ermöglichen die Teilhabe an Arbeit in einem Partner-Unternehmen und integrieren die Vermittlung von Teilen der Ausbildungsrahmenpläne vor Ort. Die Menschen mit Behinderung lernen am Arbeitsplatz situations- und produktbezogen. Hierzu werden flankierend ergänzende und begleitende Maßnahmen durchgeführt. Im Unternehmen und bei Kunden erzeugt dies ein Bewusstsein für Menschen mit Behinderungen und sorgt so für Offenheit ihnen gegenüber.

Die Jury lobt die konsequente Sozialraumorientierung und nachbarschaftliche Kooperation. Neben der Inklusionsleistung stellt die Qualifikation im Unternehmen einen hohen Arbeitsmarktbezug her und hat somit eine hohe Anschlussfähigkeit. Sie schafft damit neue Perspektiven für Menschen mit einem höheren Hilfebedarf – ein Personenkreis, der nur selten im Fokus der öffentlichen Wahrnehmung steht.

Die Zweitplatzierten in der Kategorie „exzellent:bildung“ und Gewinner von jeweils 500 Euro:
 
  • Die Vielfalter
RAG Süd-West Niedersachsen
mit RAG Standards für die Arbeit der Werkstatträte

Die Werkstätten der Region Süd-West Niedersachsen haben seit 2013 mit einer inklusiven Projektgruppe Standards für die Arbeit der Werkstatträte entwickelt. Die Projektgruppe besteht dabei aus Werkstatträten, Vertrauenspersonen und Werkstattleitungen. Mit einer Selbstverpflichtungserklärung haben sich die Träger der Werkstätten zur Einführung bereit erklärt. Somit wurde weit vor der Umsetzung des BTHG ein innovatives Instrument entwickelt, das die Arbeit der Werkstatträte wesentlich befördert und verbessert hat.

Die Jury lobt den ganzheitlichen Ansatz, der neben Befähigung und Beteiligung der Werkstatträte auch ein „Audit“ vorsieht, bei dem die Werkstatträte zusammen mit der Werkstattleitung prüfen, wie gut die Rechte umgesetzt werden.

 
  • Unterallgäuer Werkstätten GmbH​​​​​​​
mit Fachpraktiker/in für personale Dienstleistungen und Fachpraktiker/in für Hauswirtschaft

Die Unterallgäuer Werkstätten Memmingen/Mindelheim bieten erstmals in Schwaben im Werkstattrahmen zwei miteinander kombinierbare Qualifikationen an: Den Fachpraktiker für personale Dienstleistungen“ und den „Fachpraktiker für Hauswirtschaft“. Diese Qualifizierungen erfolgen in Modulen und werden als berufsanschlussfähige Teilqualifikationen in Kooperationen mit der Industrie- und Handelskammer (IHK) Schwaben und dem Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) angeboten und durchgeführt.

Die Jury lobt das Konzept Fachpraktiker/in für personale Dienstleistungen und Fachpraktiker/in für Hauswirtschaft für das Kombinieren der Ausbildungsberufe als modulare berufsanschlussfähige Teilqualifikationen in der WfbM, weil sie Anerkennung garantieren und Übergänge ermöglichen.


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