Die "exzellent"-Preisträger 2023 03.05.23
Die BAG WfbM hat die Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle e. V. und die Alexianer Werkstätten GmbH für innovative Projekte jeweils mit einem ersten Platz bei den "exzellent"-Preisen 2023 ausgezeichnet.

Im Rahmen der Eröffnung der Werkstätten:Messe 2023 in Nürnberg wurden die „exzellent“-Preisträger 2023 geehrt. Die Jury zeichnete herausragende Bildungskonzepte und Produkte aus, die die Innovationskraft der Werkstätten für behinderte Menschen eindrucksvoll belegen. Die BAG WfbM vergibt den Preis jährlich in den Kategorien „Bildung“ und „Arbeit“. 


Christopherus Lebens- und Arbeitsgemeinschaft Laufenmühle e. V. für „Erfahrungsfeld der Sinne EINS+ALLES" – „exzellent“-Preisträger Kategorie „Arbeit“
© BAG WfbM/Steffen Kirschner
Beim Erfahrungsfeld der Sinne EINS+ALLES wird die Werkstattleistung zum Begegnungsort, durch den viele unterschiedliche Menschen zusammenkommen. Die Angebote zur Teilhabe am Arbeitsleben reichen von Gartenbau und Waldwerkstatt über Tier-Oase, Kerzenwerkstatt und Wäscherei bis zu Gastronomie, Kaffee-Rösterei und der Betreuung der rund 100.000 Gäste, die das Erfahrungsfeld der Sinne im Welzheimer Wald jedes Jahr besuchen. Vor allem diese breite Vielfalt und Vernetzung der Arbeitsbereiche sowie die starke Sozialraumorientierung des Konzeptes haben für die Jury den Ausschlag für die sehr gute Bewertung gegeben. Die Jury hebt außerdem hervor, dass Menschen mit Behinderungen im Erfahrungsfeld der Sinne EINS+ALLES als Expert*innen für ihren Aufgabenbereich sowohl gegenüber Kolleg*innen als auch gegenüber Besucher*innen auftreten. Sie nehmen damit eine zentrale Rolle in der sehr professionellen Außendarstellung der Werkstatt ein und leisten einen wichtigen Beitrag, um für die Themen Inklusion und Teilhabe zu sensibilisieren und zu begeistern. In Zeiten zunehmender öffentlicher Kritik an Werkstätten bietet das Erfahrungsfeld der Sinne EINS+ALLES Familien, Kindergärten, Schulklassen und Unternehmen eine hervorragende Gelegenheit, sich selbst ein Bild zu machen und mit Menschen mit Behinderungen ins Gespräch zu kommen.
 
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Alexianer Werkstätten GmbH mit dem Projekt „Xblog" – „exzellent"-Preisträger Kategorie „Bildung“
© BAG WfbM/Steffen Kirschner
Der Xblog ist ein Ort des digitalen Austauschs von Menschen mit psychischen Erkrankungen für Menschen mit psychischen Erkrankungen. Als Expert*innen in eigener Sache können Beschäftigte aus allen Bereichen der Alexianer Werkstätten hier zu den Themen sprechen und sich informieren, die sie in ihrem Alltag bewegen. Das führt zu einer immensen thematischen Vielfalt auf dem Xblog, die die Jury, neben der sehr hohen Qualität der Inhalte und der Darstellung, besonders begeistert hat. Der Xblog bietet ein hohes Maß an Möglichkeiten der Vernetzung unter den Beschäftigten, aber auch mit Menschen aus anderen Einrichtungen sowie Interessierten aus der breiten Öffentlichkeit. Die „exzellent“-Preis-Jury lobt ausdrücklich den Mut, mit dem auf dem Xblog auch unbequeme Themen, die mit Unsicherheit, Scham oder Ängsten behaftet sind, aufgegriffen werden. Die Alexianer Werkstätten haben mit dem Xblog eine einzigartige Plattform geschaffen, auf der Menschen mit Behinderungen unabhängig von Ort und Zeit Unterstützung und Austausch finden können.
 
 
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Die Zweitplatzierten: „Radservicestation“ und „Klimakoffer“ – „exzellent“-Preisträger Kategorie „Arbeit“

© BAG WfbM/Steffen Kirschner
Die aus Edelstahl gefertigten Radservicestationen der Caritas Betriebs- und Werkstätten GmbH aus Eschweiler bieten eine Fußluftpumpe sowie eine Auswahl von Werkzeugen für alle kleinen und großen Reparaturen rund um das Rad. Fahrradfahrer*innen, Rollstuhlfahrer*innen, aber auch Skateboard-Fahrer*innen und Personen mit einem Kinderwagen können die Stationen gleichermaßen rund um die Uhr und kostenfrei nutzen. Die Jury der „exzellent“-Preise lobt insbesondere, dass von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Vertrieb alle Aufgaben rund um die Radservicestationen von Beschäftigten der Caritas Betriebs- und Werkstätten übernommen werden. Die Servicestationen stärken den nachhaltigen Verkehr und leisten damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz. Mit einem Angebot, das offen und kostenfrei für alle nutzbar ist, steht zudem die gesellschaftliche Inklusion im Mittelpunkt und die Arbeit der Werkstattbeschäftigten ist im öffentlichen Raum sichtbar. 


© BAG WfbM/Steffen Kirschner
Ebenfalls mit einem zweiten Platz in der Kategorie „Arbeit“ wurde der Klimakoffer der Caritas Werkstatt Dachau ausgezeichnet. Der Klimakoffer ist ein Experimentierkoffer, der als offizielles Lehrmittel an weiterführenden Schulen eingesetzt wird. Die Inhalte des Koffers veranschaulichen Schüler*innen den Klima-wandel und sensibilisieren sie für das weltweite Zukunftsthema. Entwickelt wurde der Koffer gemeinsam mit einem Team der Ludwig-Maximilians-Universität München. Die Beschäftigten der Caritas Werkstatt Dachau fertigen viele Bestandteile des Koffers und konfektionieren ihn. Dabei hat die Jury besonders überzeugt, dass der Klimakoffer im gesamten deutschsprachigen Raum exklusiv von der Caritas Werkstatt Dachau vertrieben wird. Mit dieser Kooperation hat sich die Werkstatt als wichtiger Partner im Bereich Wissensvermittlung etabliert. Mit der Herstellung eines Lehrmittels zur Bildung von Kindern und Jugendlichen leistet die Werkstatt außerdem einen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag und trägt dazu bei, das Bewusstsein für die Folgen des Klimawandels zu stärken. .

Die Zweitplatzierten: „Demokratische Teilhabe stärken: Gründung einer Demokratiewerkstatt für Menschen mit und ohne Behinderungen“ und „Inklusive Musikforum NeonGrau52 “ – „exzellent“-Preisträger Kategorie „Bildung“

Bildungs-Zentrum Blauhaus exzellent:bildung
© BAG WfbM/Steffen Kirschner
Gemeinsam mit verschiedenen Partnern hat das Bildungs-Zentrum Blauhaus des BWMK e. V. im Jahr 2021 eine Demokratiewerkstatt in Hanau ins Leben gerufen. Im Rahmen dieser Diskussions- und Lernplattform kommen interessierte Bürger*innen zusammen, um sich zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, historischen und politischen Themen auszutauschen. Dabei steht das Angebot grundsätzlich allen Interessierten – mit und ohne Behinderungen – offen, wie die Jury bei ihrer Entscheidung hervorhob. Denn Ziel der Demokratiewerkstatt ist es, den demokratischen Diskurs vor Ort zu beleben und damit die gemeinsame demokratische Kultur zu fördern. Teilnehmer*innen erweitern ihr Wissen, gewinnen Selbstvertrauen und werden selbst zu Multiplikator*innen einer starken Demokratie. Dass dieses Angebot gerade in Hanau umgesetzt wird, wo im Februar 2020 ein rechtsextremer Anschlag die Gesellschaft tief erschütterte, findet die Jury besonders lobenswert. Die Demokratiewerkstatt schließt zugleich eine Lücke innerhalb inklusiver Bildungsangebote, die das Thema Politik häufig ausklammern. Wissen rund um Demokratie stärkt die Selbstbestimmung und das Selbstbewusstsein von Werkstattbeschäftigten in Alltagssituationen und im Arbeitskontext. 

Lebenshilfe Aachen exzellent:bildung
© BAG WfbM/Steffen Kirschner
Ebenso auf dem zweiten Platz in der Kategorie „Bildung“ wurde inklusive Musikforum NeonGrau 52 ausgezeichnet. Aus der spontanen Idee, für das 60-jährige Jubiläum der Lebenshilfe Aachen ein Lied zu schreiben und aufzunehmen, entstand ein dauerhaftes Projekt, das die Jury der „exzellent“-Preise aufgrund seines unkonventionellen Ansatzes begeisterte. Hinter dem Namen „NeonGrau52“ verbirgt sich ein Musikprojekt, das offen für Menschen mit und ohne Behinderungen ist. Gemeinsam Texte zu schreiben, Songs aufzunehmen und Musikvideos zu produzieren bietet den Teilnehmer*innen die Möglichkeit, ihre künstlerischen Fähigkeiten zu entfalten, sich zu ihren Themen auszudrücken und ihr Selbstwertgefühl zu stärken. Was die Jury besonders begeistert: Im Projekt NeonGrau52 gehen Bildung und Spaß Hand in Hand. Wohl auch deshalb erzeugt das Projekt eine große öffentliche Wahrnehmung und stiftet eine gemeinsame Identität für jene Menschen, die durch die Lebenshilfe Aachen auf unterschiedliche Weise an Arbeit, Bildung und Gesellschaft teilhaben.

Jury und Dotierung der „exzellent“-Preise
Die Jury der "exzellent"-Preise setzt sich interdisziplibnär zusammen. Mindestens zwei und maximal vier Mitglieder stammen aus der Werkstattszene. Weitere Jurymitglieder kommen von Projektpartnern der BAG WfbM, aus Wissenschaft, Wirtschaft und von der Leistungsträgerseite. Die Auszeichnungen sind mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 1.000 Euro für die erstplatzierte Projekte dotiert. Die Zweitplatzierten erhalten ein Preisgeld in Höhe von 500 Euro. Die Finanzierung der Preise in den verschiedenen Kategorien erfolgt aus dem Reinertrag der bayernweiten Gewinnsparlotterie "Sparkassen-PS-Sparen und Gewinnen".
 
Weitere Informationen zu den ausgezeichneten und nominierten Projekten der "exzellent"-Preise 2023 finden Sie in dieser Broschüre externer Link.


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