G. Sonstige Fragestellungen im Zusammenhang mit der Coronavirus-Krise 02.07.20
1. Können Audits zur Trägerzulassung nach der AZAV während der Coronavirus-Krise ausgesetzt werden? (Stand 30. Juni 2020)
 
Wenn Vor-Ort-Audits beim Träger derzeit nicht stattfinden können, hat die Deutsche Akkreditierungsstelle GmbH (DAkkS) in Abstimmung mit dem BMAS und der BA gestattet, dass es den fachkundigen Stellen (FKS) vorübergehend möglich ist, anstehende Überwachungs- und erneute Zulassungsaudits bei Trägern zu verschieben.

Danach ist eine Verlängerung der Trägerzulassung bis maximal 6 Monate über das ursprüngliche Ablaufdatum hinaus möglich. Diese Verlängerung kann schriftlich und formlos durch die FKS dem Träger zur Vorlage bei den örtlichen Arbeitsagenturen und Jobcentern bestätigt werden. Die Entscheidung über die Verlängerung obliegt der zuständigen FKS.

Weitere Informationen finden Sie in den FAQ der BA zur Weiterführung von Maßnahmen. externer Link

Dort finden Sie auch den Link zu den Handlungsanweisungen der DAkkS externer Link, die diese Möglichkeit noch einmal genauer für die fachkundigen Stellen (FKS) ausführen.

2. Können grundsicherungsberechtigte Werkstattbeschäftigte, die wegen der Betretungsverbote nicht in der Werkstatt gemeinschaftlich ihr Mittagessen einnehmen können, weiterhin den Mehrbedarf geltend machen? (Stand 2. Juli 2020)

Ja. Am 15. Mai 2020 stimmte der Bundesrat dem Sozialschutzpaket II zu, das auch eine Änderung des § 142 Abs. 2 SGB XII zum Mehrbedarf für das Mittagessen in Werkstätten von Bezieher*innen von Grundsicherung enthielt. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Ausnahmeregelungen für den Mehrbedarf beim Mittagessen bis zum 30. September 2020 zu verlängern. Den Text der Vereinfachter-Zugang-Verlängerungsverordnung (VZVV) finden Sie hier externer Link.

Danach erhalten grundsicherungsberechtigte Werkstattbeschäftigte, die im Februar 2020 Anspruch auf den Mehrbedarf für die gemeinschaftliche Mittagsverpflegung hatten, auch in der Zeit der Betretungsverbote den Mehrbedarf für das Mittagessen. Dies gilt auch dann, wenn sie das Mittagessen nicht gemeinschaftlich einnehmen und auch, wenn es nicht durch die Werkstatt zur Verfügung gestellt wird. Die Regelung gilt für den Zeitraum vom 1. Mai 2020 bis 30. September 2020. Damit wird der Mehrbedarf zumindest für diesen Zeitraum in unveränderter Höhe anerkannt, unabhängig davon, wie das Mittagessen eingenommen wurde. 

Für Werkstattbeschäftigte, die in diesem Zeitraum zuhause essen – sei es, dass sie ihr Essen selbst organisieren oder durch die Werkstatt gestellt bekommen – bedeutet das, dass sie weiterhin den Mehrbedarf erhalten.
Den Gesetzestext des Sozialschutzpakets II finden Sie hier externer Link.

3. Was bedeutet die neue Regelung hinsichtlich des Mittagessens für Werkstätten? (Stand 2. Juli  2020)

Es sind zwei Fälle zu unterscheiden:

Soweit Werkstätten auch in dieser Zeit den Werkstattbeschäftigten das Mittagessen zur Verfügung stellen, sei es im Rahmen der sog. Notbetreuung oder aber durch alternative Formen (Belieferung der Werkstattbeschäftigten in besondere Wohnformen oder nach Hause), haben sie Anspruch auf Zahlung des Betrages für das Mittagessen, wie in der jeweiligen Zusatzvereinbarung vereinbart.

Soweit Werkstätten kein Mittagessen zur Verfügung stellen (können), gilt folgendes: Die Zusatzvereinbarung zum Mittagessen zwischen Werkstatt und Werkstattbeschäftigten ist ein privatrechtlicher Vertrag. Es gelten daher die allgemeinen Regelungen zum Leistungsstörungsrecht und zu Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Hier kommt es einerseits darauf an, wie die Zusatzvereinbarungen tatsächlich ausgestaltet sind. Andererseits gelten die gesetzlichen Regelungen zum Leistungsstörungsrecht. Das gilt erst recht, wenn für die Fälle der Nichtleistung keine vertragliche Regelung vereinbart wurde.

Grundsätzlich gilt (auch wenn keine Regelungen für Fälle wie jetzt vorgesehen wurde): Wenn dem Schuldner – hier der Werkstatt – die Leistung nicht möglich ist, dann entfällt auch der Anspruch auf die Gegenleistung. Soweit Werkstätten also während der Betretungsverbote kein Mittagessen mehr anbieten (können), kommen Sie ihrer Leistungspflicht aus dem Vertragsverhältnis nicht nach und die Werkstattbeschäftigten müssen für eine Leistung, die sie nicht erhalten haben, nicht bezahlen.

Im Rahmen der Wiedereröffnungsphase sollte daher überprüft werden, inwieweit die Zusatzvereinbarungen zum Mittagessen an die geänderten Bedingungen angepasst werden können. Soweit durch eventuelle Arbeitszeitänderungen oder andere Infektionsschutzmaßnahmen Werkstattbeschäftigte mittelfristig gar nicht oder aber wesentlich seltener an der gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung teilnehmen, sollten die ursprünglichen Vereinbarungen für diesen Zeitraum geändert werden.


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