Politik 20.04.12
Werkstätten für behinderte Menschen bieten Langzeitarbeitslosen Chancen
Knowhow, Infrastruktur und Erfahrung könnten genutzt werden

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© BAG:WfbM
Für den harten Kern der Langzeitarbeitslosen – 400.000 so die aktuellen Zahlen – braucht es neue Unterstützungsansätze. Das Knowhow und die Infrastruktur von Werkstätten für behinderte Menschen könnten genutzt werden, so der Vorstandsvorsitzende der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) Günter Mosen.

Langzeitarbeitslose bräuchten eine individuellere Betreuung, die stärker ihrer persönlichen Lebenssituation Rechnung trägt, urteilte Heinrich Alt, der für Hartz IV zuständige Vorstand der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Interview mit der Deutschen Presseagentur am 15. April 2012: „Wir brauchen für diese Menschen kein Breitband-Antibiotikum an Hilfen, sondern einen Maßanzug.“

„In Werkstätten haben wir die Erfahrung sowie die ausgebildeten Fachkräfte, um Unterstützungsleistungen und Arbeitsprozesse an Menschen anzupassen – individuell auf die Person abgestimmt. Wir können diesen Maßanzug schneidern“, führt Mosen aus. „Von den Qualifizierungsmaßnahmen und Bildungskonzepten könnten Firmen profitieren, die Anleitung und Unterstützung beim Anpassen von Arbeit brauchen. Aber auch ganz unmittelbar die Menschen, die ohne Unterstützung auf dem ‚offenen‘ Arbeitsmarkt keinen Fuß fassen können. Wir plädieren für eine Weiterentwicklung des Arbeitsmarktes mit Sozialunternehmen. Ein flächendeckendes Netz von 2.500 Betriebsstätten und das Knowhow von rund 70.000 Fachkräften ist bereits geschaffen.“

Der Arbeitsmarkt wird nie allen offen stehen, führt Alt seine Gedanken im dpa-Interview aus. Auch bei bester Arbeitsmarktlage werde es künftig mehrere hunderttausend Menschen geben, die wegen ihrer objektiv geringen Leistungsfähigkeit unter jetzigen Bedingungen keinen Arbeitsplatz fänden. Er plädiert deshalb für eine längerfristige Unterstützung des harten Kerns von Langzeitarbeitslosen, ähnlich wie bei Menschen mit Schwerbehinderung. Ihre Beschäftigung sollte staatlich bezuschusst werden. „Das käme billiger, als ihnen dauerhaft Hartz IV zu zahlen – und die Menschen würden etwas Produktives leisten“, so Alt gegenüber der dpa.

Den Worten Taten folgen zu lassen, wäre mit Unterstützung der Werkstätten möglich. Dazu braucht es eine politische Entscheidung. Bislang haben Werkstätten für behinderte Menschen den Auftrag, ihre Leistungen ausschließlich Menschen mit Behinderung zu bieten. Wenn progressive Werkstätten auf eine progressive Agentur für Arbeit treffen, könnten beispielhafte Projekte realisiert werden, die Modellcharakter für die Weiterentwicklung der Arbeitsorganisation in unserer Gesellschaft haben. Im Juni 2011 hatten sich Mosen und Alt im persönlichen Gespräch bereits erstmals über Angebote für Langzeitarbeitslose mit Unterstützung von Werkstätten ausgetauscht.


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