Europa 27.06.18
EASPD-Konferenz zum sozialen Unternehmertum
Logo der EASPD-Konferenz in Varna 2018
© EASPD
Vom 14. bis 16. Juni 2018 fand im bulgarischen Varna eine Konferenz der European Association of Service Providers for People with Disabilities (EASPD) mit Unterstützung des bulgarischen Verbandes National Alliance for Social Responsibility (NASO) statt. Die Konferenz trug den Titel „Social Economy as an effective model for social inclusion - Social entrepreneurship, social services, employment“ („Soziales Unternehmertum als effektives Modell für soziale Inklusion - Soziales Unternehmertum, soziale Dienste, Beschäftigung").

Sie war Teil des offiziellen Programms der bulgarischen EU-Ratspräsidentschaft, die als einen ihrer Schwerpunkte die Entwicklung einer integrativeren Europäischen Union und eines stärkeren sozialen Zusammenhalts identifiziert hatte. An der Konferenz nahmen zirka 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer teil, darunter viele Interessierte aus Bulgarien und seinen Nachbarländern.

Das Potenzial sozialer Unternehmen
EASPD-Konferenz Varna 2018
Das Potenzial deutscher Werkstätten verdeutlicht Kathrin Völker (mitte), BAG WfbM-Geschäftsführerin, auch auf internationaler Ebene.
© Dimitar Dimitrov/Petar Pavlov
Der Begriff „Soziales Unternehmertum“ geht zurück auf eine Initiative der Europäischen Kommission aus dem Jahr 2011. Unter „Sozialunternehmen“ versteht die Kommission Unternehmen, für die das soziale oder gesellschaftliche gemeinnützige Ziel Sinn und Zweck ihrer Geschäftstätigkeit darstellt. Dabei entwickeln sie häufig ein hohes Maß an sozialen Innovationen, deren Gewinne größtenteils wieder investiert werden, um dieses soziale Ziel zu erreichen.

Zu diesen Unternehmen gehören auch Werkstätten und andere Dienstleistungsunternehmen der Behindertenhilfe, aber zum Beispiel auch Genossenschaften, Start-up-Unternehmen, die faire und nachhaltige Produkte entwickeln ebenso wie Unternehmen, die Angebote in strukturschwachen Regionen anbieten. So unterschiedlich diese Unternehmen sind, sie alle haben das Potenzial gemeinsam, die Gesellschaft zu gestalten und zu verbessern. Insbesondere zeigte sich in den vergangenen Jahren zudem, dass sie insgesamt krisenfester waren als andere Unternehmen.

Internationale Teilhabeangebote
Das Potenzial von deutschen Werkstätten als Sozialunternehmen betonte auch Kathrin Völker, Geschäftsführerin der BAG WfbM, die sich als Vertreterin des Sozialsektors am ersten Konferenztag im Rahmen einer Podiumsdiskussion zu der Frage äußerte, ob und wie Sozialunternehmen Beschäftigungsmöglichkeiten und soziale Teilhabe schaffen könnten.

In verschiedenen Workshops erläuterten Vertreter von Sozialunternehmen aus ganz Europa und Israel ihre Angebote, die im Sozialraum strukturschwacher und ländlicher Gebiete ermöglicht werden oder die mit innovativen Konzepten Übergänge von Menschen mit psychischen Erkrankungen auf den allgemeinen Arbeitsmarkt gestalten oder ihnen Teilhabe an der Gemeinschaft ermöglichen. Ein weiterer Teil der Konferenz beschäftigte sich mit den rechtlichen Rahmenbedingungen für Sozialunternehmen in verschiedenen europäischen Ländern.

Weitere Informationen finden Sie hier externer Link.


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