Arbeitswelt 01.09.22
Einstimmung zum Schichtwechsel 2022 der Werkstätten
Der 22. September 2022 steht im Zeichen des Aktionstages Schichtwechsel. An diesem Tag haben bundesweit Menschen mit und ohne Behinderungen die Möglichkeit, ihren Arbeitsplatz mit einer anderen Person zu tauschen, um Arbeit und Teilhabe aus einer ganz neuen Perspektive zu erleben.  Mehr als 80 Werkstätten für behinderte Menschen und zahlreiche Organisationen und Unternehmen aus 15 Bundesländern beteiligen sich auch in diesem Jahr mit großem Engagement.


Vorfreude im Spreewald

Einen kleinen Vorgeschmack gibt es von den Spreewaldwerkstätten der Arbeiterwohlfahrt. Marie Roth vom Sozialen Dienst Luckau und Bianca Broda als Fachbereichsleiterin der Eingliederungshilfe sind hier zwei der Hauptverantwortlichen. Zum dritten Mal nimmt die Werkstatt aus dem Spreewald am Schichtwechsel teil, der bereits zum festen Termin im Jahresplan gehört. „Die Planungen laufen aktuell auf Hochtouren. Jedes Jahr gewinnen wir neue Erkenntnisse und sind beeindruckt, welche positiven Erfahrungen die Beschäftigten und Tauschpartner*innen sammeln“, resümiert Marie Roth.

Wie das genau abläuft: Mit dabei sind Werkstattbeschäftige aus Lübbenau, Lübben, Luckau und Kemlitz, die für einen Tag in den Arbeitsablauf eines Unternehmens des allgemeinen Arbeitsmarktes „reinschnuppern“. Die Tauschpartner*innen kommen aus ganz unterschiedlichen Branchen: Logistik, Bäckerei, Kindertagesstätte, Pflegeheim, Verwaltung, Naturwacht, Tierheim, Wohnungsbaugesellschaften, Friseur, Logopädie, Schwimmbad und Bibliothek.

Zur Planung des Schichtwechsels steht einiges auf der Agenda: Bildung eines internen Arbeitskreises, Ansprache regionaler Betriebe und Unternehmen, Kennenlerntermine mit Tauschpartner*innen. Die Spreewaldwerkstätten sind sich dennoch sicher: Der Aufwand lohnt sich jedes Jahr aufs Neue. Die Menschen mit Behinderungen bekommen Einblicke in neue Arbeitsabläufe, sie können sich ausprobieren und knüpfen soziale Kontakte. Bei manchen entsteht nach dem Schichtwechsel der Wunsch nach einem längeren Praktikum. Je nach persönlichem Erleben kann die Aktion der Beginn für einen ausgelagerten Arbeitsplatz und der Weg auf den allgemeinen Arbeitsmarkt sein.

Warum der Schichtwechsel so wichtig ist?

Bei dem Aktionstag treffen Menschen aufeinander, die sich in der Arbeitswelt bisher häufig nicht begegnen. Die Werkstätten bauen dadurch gesellschaftliche Vorurteile und Berührungsängste auf beiden Seiten ab. Menschen mit Behinderungen sind noch immer häufig vom allgemeinen Arbeitsmarkt ausgeschlossen. „Für beide Seiten eröffnen sich dadurch zum Teil ganz neue Perspektiven. Wir schaffen so Begegnungen und fördern Offenheit sowie ein besseres Verständnis für die jeweils andere Arbeitswelt“, hebt Martin Berg, Vorstandsvorsitzender der BAG WfbM, hervor. Im besten Fall stößt der Aktionstag Überlegungen bei den teilnehmenden Unternehmen an, eine Inklusionsabteilung zu etablieren oder Menschen mit Behinderungen direkt einzustellen. 




Ein Berliner Original

Entwickelt wurde der Aktionstag „Schichtwechsel“ von den Berliner Werkstätten und der Landesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen Berlin. Mit ihrer Idee des Perspektivwechsels erhielten sie im Jahr 2018 u.a. den „exzellent“-Preis der BAG WfbM. Seit 2019 wird der Aktionstag bundesweit durchgeführt. Die Berichterstattung findet in diesem Jahr auf der Webseite externer Linkvom Schichtwechsel und unter dem Hashtag #schichtwechsel2022 auf Facebook, Twitter und LinkedIn statt.

Die BAG WfbM freut sich sehr über die engagierte Teilnahme der Werkstätten und wünscht allen Beteiligten einen gelungenen Austausch.
 


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