Panorama 28.11.22
52. Delegiertenversammlung der BAG WfbM in Berlin
© BAG WfbM/Peter Roggenthin
Am 24. und 25. November 2022 trafen sich die Delegierten der Bundesarbeitsgemeinschaft Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) zur jährlichen Delegiertenversammlung in Berlin. Einer der zentralen Tagungsordnungspunkte für die rund 100 Delegierten und Gäste aus 16 Bundesländern, von Spitzen- und Fachverbänden sowie von Werkstatträte Deutschland e. V. war die Reform des Entgeltsystems in Werkstätten. Zusätzlich standen aktuelle politische Rahmenbedingungen für die Gestaltung von Teilhabe am Arbeitsleben und Beruflicher Bildung zur Diskussion. Die Delegierten debattierten außerdem über die künftigen Arbeitsschwerpunkte und warfen eine Blick zurück auf die Themen und Veranstaltungen der Jahre 2022 und 2021 (nachzulesen auch im kürzlich erschienen Jahresbericht 2021 externer Link).

Reform des Entgeltsystems weiter zentrales Thema der BAG WfbM
Bereits seit mehreren Jahren begleitet die BAG WfbM den Prozess zur Reform der Einkommens- und Entgeltsituation in Werkstätten aktiv. Dabei wird sie von Dr. Bruno Kaltenborn, Experte für Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik, unterstützt. Er erläuterte im Rahmen der Delegiertenversammlung, welche Auswirkungen die Reformvorschläge der BAG WfbM rechnerisch sowohl für das Einkommen von Werkstattbeschäftigten als auch für den Fiskus hätten.

Aktuelles aus Politik, Gesetzgebung und Projekten
Neben dem Austausch zur Reform des Entgeltsystems standen auch die Vorstellung laufender Projekte sowie aktuelle gesetzliche Neuerungen im Fokus des ersten Tages der 52. Delegiertenversammlung der BAG WfbM.

Präsentiert wurden unter anderem das anwendungsorientierte Forschungsprojekt „Gute Bildungspraxis: Handlungsempfehlungen zur methodischen Gestaltung Beruflicher Bildung in Werkstätten für behinderte Menschen“ kurz GuBiP, und das Projekt „KI-Kompass Inklusiv“. Bei GuBiP sollen methodische Handlungsempfehlungen zu Beruflicher Bildung in Werkstätten erarbeitet werden. KI-Kompass Inklusiv hat zum Ziel, niedrigschwellig, bedarfsorientiert und praxisnah zu Assistenztechnologien, die auf Künstlicher Intelligenz (KI) basieren, zu informieren, zu beraten und zu unterstützen.

Austausch mit Vertreter*innen aus Politik und Verbänden
© BAG WfbM/Peter Roggenthin
Der zweite Tag der Delegiertenversammlung in Berlin stand im Zeichen von aktuellen politischen Entwicklungen im Zusammenhang mit Werkstätten. Dr. Annette Tabbara, Leiterin der Abteilung Teilhabe, Belange von Menschen mit Behinderungen, soziale Entschädigung und Sozialhilfe im Bundesministerium für Arbeit und Soziales, skizzierte kurzfristige und langfristige Herausforderungen, vor denen Werkstätten stehen.
Kurzfristig sei vordergründiges Ziel der Politik, Werkstätten durch die aktuellen Krisen zu bringen, so Dr. Tabbara. Langfristig müsse es darum gehen, eine Reform des Entgeltsystems auf den Weg zu bringen und daran anschließend zu prüfen, wie ein inklusiver Arbeitsmarkt umgesetzt werden könnte und welche Rolle Werkstätten dabei einnehmen sollten.

Marco Winzer, Vorstandsmitglied der Bundesarbeitsgemeinschaft der überörtlichen Träger der Sozialhilfe und der Eingliederungshilfe, sprach in seinem Vortrag über die Herausforderungen durch die Corona-Pandemie und die aktuell steigenden Energiekosten. Auch eine dauerhafte Finanzierung des Bundes-Netzwerk der Frauen-Beauftragten in Einrichtungen, Starke.Frauen.Machen e. V., thematisierte Winzer.

© BAG WfbM/Peter Roggenthin
Takis Mehmet Ali, Beauftragter für die Belange von Menschen mit Behinderungen der SPD-Bundestagsfraktion, rundete den politischen Diskurs am zweiten Tag der Delegiertenversammlung mit einer Einschätzung zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes ab. Er stellte klar: „Werkstätten müssen Arbeitsorte inmitten des ersten Arbeitsmarktes sein“.

Zum Abschluss der 52. Delegiertenversammlung der BAG WfbM betonte der Vorstandsvorsitzende, Martin Berg, dass die Redebeiträge von Delegierten wie Gästen an beiden Versammlungstagen gezeigt hätten, dass eine Reform des Entgeltsystems, nicht nur mit Blick auf die Finanzierung, sondern auch mit Blick auf die künftige Struktur des Werkstättensystems diskutiert werden müsse. „Es muss uns gelingen, uns als Werkstätten aus uns selbst heraus weiterzuentwickeln“, so Berg.

Ein ausführlicher Bericht zur 52. Delegiertenversammlung folgt in Kürze im Verbandsmagazin Werkstatt:Dialog


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