Panorama 31.03.20
Kommentar zur Coronavirus-Krise von Martin Berg
Was kaum einer noch vor wenigen Wochen für möglich gehalten hat, ist mittlerweile Realität geworden: Wir stecken in einer weltweiten Krise, die durch das Coronavirus verursacht worden ist. Auch die Werkstätten in Deutschland sind vielfach von dieser Krise betroffen.

Werkstätten in ganz Deutschland haben das Betretungsverbot umgesetzt und eine Notbetreuung geschaffen. Menschen mit Behinderungen sind damit in den Werkstätten kaum noch anzutreffen. Die Produktion läuft – zumeist getragen von den Mitarbeitenden – vorerst weiter, um die drängendsten Aufträge abzuarbeiten. 

Für die Beschäftigten ist diese Situation besonders schwierig und herausfordernd. Häufige Anrufe der Menschen mit Behinderungen belegen den Wunsch, rasch zur Arbeit zurückzukehren. Für Sicherheit in diesen Zeiten sorgt die Gewissheit, dass die Löhne für sechs Wochen ab Werkstattschließung weitergezahlt werden.

Die zentralen Herausforderungen, denen Werkstätten im Zuge dieser Krise gegenüberstehen, sind überall gleich: Beschäftigte und Mitarbeitende müssen in ihrer Gesundheit geschützt werden. Und besonders wichtig: Werkstattbeschäftigte müssen auch in der aktuellen Situation weiterhin gut betreut werden.

Auch die finanziellen Auswirkungen der Krise müssen bewältigt werden. Hier kann man zuversichtlich sein. Insgesamt gibt es ein großes Vertrauen zwischen Leistungserbringer und Leistungsträger. Der Solidaritätsgedanke wird auch in Zukunft maßgeblich sein. Es gibt auf vielen Ebenen ein zu beobachtendes Bestreben, möglichst wenige Ausfälle zuzulassen.

Damit Werkstätten sicher durch die Krise kommen, müssen die Strukturen aufrechterhalten und die Systeme bestehen bleiben. Nur so können Werkstätten auch nach der Krise ihren Aufgaben gerecht werden. Kurzarbeit ist damit für den Werkstattbereich keine Lösung. Und: Die angestoßenen Maßnahmen werden nicht wie bei einem Abreißkalender mit einem fixen Datum beendet sein – wo es notwendig ist, muss entsprechend dynamisch nachgesteuert werden.

In einer solchen Krise ist es wichtig, dass die Werkstätten zusammenrücken, sich austauschen und sich gegenseitig unterstützen. In Hessen hat der Leistungsträger etwa zur trägerübergreifenden Unterstützung aufgerufen. Neben der ganz praktischen Unterstützung für die Kolleginnen und Kollegen sowie für die Menschen mit Behinderungen bietet eine solche Unterstützung immer auch die Chance, neue Perspektiven kennenzulernen.

Einer starken Interessenvertretung kommt in diesen Zeiten eine besondere Bedeutung zu. Die BAG WfbM nutzt ihre Kontakte auf Bundesebene, damit politische Entscheidungen im Sinne der Werkstätten getroffen werden. Auch eine gute und enge Zusammenarbeit mit den Landesarbeitsgemeinschaften ist in dieser Zeit besonders wichtig. Um die Mitglieder der BAG WfbM bestmöglich zu unterstützen und die zahlreichen Anfragen zu beantworten, wurden beispielsweise FAQs auf der Verbands-Webseite externer Link veröffentlicht. Diese sollen helfen, die drängendsten Fragen zu beantworten.

Seien Sie an dieser Stelle versichert, dass der gesamte Vorstand der BAG WfbM zusammen mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Geschäftsstelle in dieser Krise an Ihrer Seite steht. Wir werden gemeinsam alles tun, um die Auswirkungen dieser Krise zu bewältigen!

Martin Berg
Vorstandsvorsitzender BAG WfbM


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